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„Diskriminierung!“ – Immer mehr deutsche Mallorca-Urlauber klagen über Knöllchen wegen Umweltzone in Palma

Deutsche Mallorca-Urlauber laufen Sturm gegen ein neues Zufahrtsverbot in Palma – sie sehen sich klar benachteiligt

So wird die Umweltzone am Straßenrand angezeigt.

So wird die Umweltzone am Straßenrand angezeigt. / Foto: Zbe.Barcelona

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Es ist das Aufregerthema schlechthin derzeit unter den deutschen Mallorca-Urlaubern: Das Rathaus Palma verbietet Fahrzeugen mit ausländischem Nummernschild die Zufahrt zum Zentrum, wenn sie weder Inhaber eines Geschäfts, Parkplatzes oder einer Immobilie sind. Damit widerspricht die Stadt den Vorschriften der spanischen Verkehrsbehörde dgt. Die MZ erreichen immer mehr Zuschriften von Lesern, die in den vergangenen Tagen einen Strafzettel kassiert haben. Sie sehen darin ganz klar eine Diskriminierung.

"Welche Maßnahmen werden seitens unserer Regierung ergriffen, um diese Diskriminierung Nichtspanier entgegenzuwirken?", schreibt beispielsweise Wolfgang Eberhardt, der ebenfalls ein Knöllchen erhielt. Seine Mail addressierte er auch an das deutsche Konsulat, dem in diesem Fall wohl aber die Hände gebunden sind.

Bereits drei Knöllchen bezahlt

Martin P. hat nach eigener Aussage bereits dreimal das Bußgeld in Höhe von 100 Euro - bei sofortiger Zahlung gibt es 50 Prozent Rabatt auf die eigentliche Summe von 200 Euro - gezahlt. "Vermutlich kommen da noch einige Briefe mehr", schreibt er der MZ. "Am Ende empfinde ich es schon eine Art Diskriminierung von europäischen Bürgern mit ausländischem Kennzeichen. Ob das gemäß europäischen Recht überhaupt geht, weiß ich gar nicht." Palmas Bürgermeister Jaime Martínez habe ihm jedenfalls nicht auf seine Mails geantwortet.

Auch Sebastian D. fühlt sich diskriminiert. "Ich habe einen Zweitwohnsitz auf Mallorca und besuche regelmäßig meine Freundin, die im Zentrum wohnt. Ich fahre einen Tesla - komplett elektrisch", schreibt er der MZ. Ihm schwebt auch eine Sammelklage vor.

Wobei in seinem Fall die Ausnahmeregel gelten müsste. Laut der Website der Stadt Palma können sich Immobilienbesitzer, deren Wohnung oder Haus nicht in der Umweltzone liegt, ebenfalls auf die Liste der erlaubten Fahrzeuge setzen lassen. Das Prozedere ist jedoch äußerst umständlich. Beim MZ-Test war eine Autorisierung, beispielsweise mit der Online-Signatur oder der cl@ve nötig. Die Website existiert nur auf Katalanisch oder Spanisch und es ist ein allgemeiner Antrag zu stellen. Sprich man kann nicht einfach ein paar Kästchen anklicken.

Behörden halten sich bedeckt

Auf erneute Nachfrage der MZ, ob das Rathaus die Regelung der spanischen Verkehrsbehörde einfach so übergehen darf, gab es bislang keine weitere Antwort. Die Pressesprecherin wolle sich erkundigen. Auch Anfrage an die Verkehrsbehörde blieb bislang unbeantwortet.

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