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Was ist eigentlich aus dem geplanten Autolimit auf Mallorca im Sommer 2026 geworden?

Der Inselrat arbeitet weiter an der Ausarbeitung des Gesetzes, will es aber erst verabschieden, wenn es rechtssicher ist

Palmas Ringautobahn Vía de Cintura gehört spanienweit zu den Straßen mit der höchsten Verkehrsdichte.

Palmas Ringautobahn Vía de Cintura gehört spanienweit zu den Straßen mit der höchsten Verkehrsdichte. / Bosch

Das von langer Hand geplante Autolimit auf Mallorca könnte zur Sommersaison 2026 womöglich noch immer nicht in Kraft treten. Der Inselrat hatte den Plan als Vorzeigemaßnahme zur Eindämmung des Tourismus bereits im Jahr 2024 präsentiert. Und obwohl 2025 bereits ein erster Entwurf vorgelegt wurde, arbeitet die Inselverwaltung immer noch an den Details für die Begrenzung der Einfahrt von Fahrzeugen auf die Insel.

Am Mittwoch (4.2.) erklärte der zuständige Dezernent für Mobilität, Fernando Rubio, die Gestaltung des Gesetzes sei komplexer, als es auf den ersten Blick wirkt. Er vermied es, konkrete Termine für die Einführung zu nennen. Stattdessen erklärte er, man wolle alles sauber vorbereiten, um die Regelung rechtssicher einzuführen. Ziel sei es, dass die Gegner des Vorhabens dieses nicht gerichtlich anfechten können.

Zumal der Vorstoß bis zur Verabschiedung noch einen langen Weg vor sich hat. Bevor die Initiative in Kraft treten kann, muss sie zunächst im Inselrat beschlossen werden. Danach wird sie an das Balearen-Parlament weitergeleitet, bevor sie für einen endgültigen Beschluss zurück an den Inselrat geht.

Auf der Suche nach Unterstützung in Politik und Wirtschaft

Damit das Gesetz jedoch zustande kommt, braucht es sowohl politische Unterstützung als auch Rückhalt der betroffenen Branchen. Rubio kündigte an, man werde sich bald mit den im Inselrat vertretenen Parteien treffen, um ihnen die Fortschritte am Text zu erläutern und „eine Einigung“ voranzubringen. Vor rund einem Jahr hatte der erste Entwurf die Unterstützung von Més per Mallorca, PSIB und El Pi. Gegenwind kam einzig von der rechtsextremen Vox, dem Regierungspartner der konservativen PP im Inselrat.

Auch die Gespräche mit Vertretern der betroffenen Branchen schreiten voran. „Wir hören allen zu, die etwas zu sagen haben. Wir wollen, dass alle Teil der Lösung sind. Wir erachten niemanden als Problem", so der Mobilitätschef. Am Mittwoch traf Rubio sich mit einer Delegation des Ferienvermieterverbands Habtur. Dessen Geschäftsführerin Maria Gibert erklärte nach dem Treffen, man müsse den Text nun „studieren“, und habe dem Inselrat die Bereitschaft signalisiert, an der Ausarbeitung mitzuwirken.

Gleichzeitig stellte die Vertreterin der Ferienvermietungsbranche klar, dass man keine Regelung akzeptieren werde, die besonders restriktiv gegenüber Mietwagen sei. Diese seien ein wichtiges Verkehrsmittel für Urlauber, die in ländlichen Gebieten oder weiter entfernten Orten übernachten. Auf die Frage nach der Effizienz des öffentlichen Nahverkehrs auf der Insel – der den Mangel an Mietwagen ausgleichen könnte, falls die Begrenzung kommt – antwortete Gibert lachend, er sei „ein bisschen defizitär“.

Von Ibiza lernen

Derweil soll am Montag eine Delegation des Mobilitätsressorts nach Ibiza reisen, um sich aus erster Hand anzusehen, wie die Begrenzung der Fahrzeugeinfahrt auf der Nachbarinsel funktioniert. Der Dezernent und sein Team wollen dabei insbesondere die Investitions- und Infrastrukturfolgen nachvollziehen, die der Inselrat von Ibiza für die Umsetzung brauchte. Die Erkenntnisse sollen auf das Modell übertragen werden, das man für Mallorca plant. Wobei Rubio vor der Herausforderung steht, dass er für eine größere Insel mit deutlich höherem Fahrzeugaufkommen planen muss.

Just am Mittwoch hat der Inselrat von Ibiza die tägliche Obergrenze für Fahrzeuge, die im kommenden Sommer auf die Insel einfahren und dort verkehren dürfen, auf 18.918 festgelegt. Das bedeutet eine Reduktion um 1.250 im Vergleich zum Sommer 2025.

Das ist geplant

In seiner ursprünglichen Fassung sah das Vorhaben unter anderem eine Beschränkung der Anzahl an Mietwagen vor, die im Sommer auf der Insel zirkulieren dürfen. Zum anderen sollte auch die Ankunft von Urlaubern oder Zweithausbesitzern in ihren Privatfahrzeugen begrenzt werden, die nicht auf Mallorca oder den anderen Balearen-Inseln gemeldet sind. Für Residenten auf den Balearen werde die Einschränkung nicht gelten, hieß es damals. Als dritte Maßnahme wollte der Inselrat für die Fahrzeuge, die nicht auf den Inseln ihre Kfz-Steuer zahlen, eine Gebühr für die Einreise nach Mallorca erheben, so wie sie ebenfalls bereits auf der Nachbarinsel Formentera gilt. /pss

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