Big Brother auf Mallorcas Straßen: Der Inselrat weiß bald ganz genau, wann Sie im Auto unterwegs sind
Die Inselverwaltung kommt einer Forderung der Mietwagenbranche nach und will zukünftig an 125 Orten auf der Insel Kennzeichen erfassen

Keine Sorge, im Sommer 2026 werden sie auf Mallorca sicher noch wie gewohnt im Stau stehen können. / Ana B. Muñoz
Der Inselrat auf Mallorca hat am Montag (23.2.) angekündigt, an 125 Punkten auf der Insel Kameras aufzustellen, um Autokennzeichen zu erfassen. Ziel der rund 1,2 Millionen Euro teuren Maßnahme sei es, sich ein "reales" Bild vom Verkehrsaufkommen auf der Insel zu machen. Unter anderem werden die Kameras an neuralgischen Punkten wie den Häfen aufgebaut. Im Wesentlichen soll geprüft werden, wie viele der Autos, die auf den Straßen unterwegs sind, den Residenten gehören.
Mit der Maßnahme kommt der Inselrat einer zentralen Forderung des Mietwagen-Verbands Baleval nach. Dieser hatte im Zuge des seit langem geplanten und groß angekündigten Autolimits kritisiert, die Überlastung der Straßen sei nicht belegt, sondern beruhe auf Schätzungen.
Kritik vom Verbandschef
Bei einer Präsentation der Pläne, an der Verkehrsdezernent Fernando Rubio und Baleval-Chef Cristóbal Herrera teilnahmen, ließ es sich Letzterer dennoch nicht nehmen, das Autolimit und die damit einhergehende Beschränkung der Mietwagenflotte zu kritisieren. „Wir sind weiterhin der Ansicht, dass eine Einschränkung der Bewegungs- und unternehmerischen Freiheit ein Fehler ist“, betonte Herrera.
Dem Verbandschef zufolge sei der richtige Weg zur Reduzierung von Staus der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, bessere Infrastrukturen und technologische Lösungen. Die Nachbarinsel Ibiza, auf der es bereits Beschränkungen gibt, sei ein Beispiel dafür, dass man mit einer Begrenzung von "nur dem Mietwagensektor“ nicht zur Lösung komme – nötig sei eine „holistischere“ Sicht.
Autolimit rückt in weite Ferne
In jedem Fall aber ist abzusehen, dass das Autolimit vor der Sommersaison nicht eingeführt wird. Die Gesetzesinitiative, die bereits im Herbst 2024 als Prestigeprojekt des Inselrats angekündigt worden war, muss ohnehin noch einige parlamentarische und bürokratische Hürden nehmen.
Die jetzt angekündigte Überwachung durch Kameras, die erst noch aufgestellt werden müssen, und die anschließende Auswertung der Daten dürften alles andere als zu einer Beschleunigung des Prozesses beitragen.
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