Neue Umweltzone in Sóller nach Chaos durch Urlauberansturm: Wer ab Freitag noch ins Zentrum darf und wer nicht
Mehr Platz, weniger Chaos: Die Gemeinde reagiert auf das Verkehrsaufkommen durch Touristen – mit Park-and-Ride-Plätzen, Zufahrtsverboten und geänderten Fahrtrichtungen ab Freitagabend.

Ab Freitagabend (27.2.) um 23 Uhr gilt in Sóller die Umweltzone / Joan Mora
Mallorcas Bergstädtchen Sóller wird ab Freitag (27.2.) zur ersten Gemeinde Spaniens, die – ohne dazu aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung gezwungen zu sein – eine Umweltzone mit Zufahrtsbeschränkungen (ZBE) einführt. Das Rathaus verspricht sich von der neuen Regelung, den Verkehr in großen Teilen des Zentrums und der Zufahrtsstraßen zu entlasten – und reagiert damit auf das Verkehrschaos, das sich im vergangenen Jahr auch aufgrund der Touristenmassen immer wieder zugetragen hat.
Nur noch registrierte Fahrzeuge
Grundkonzept der neuen ZBE: Auf den ausgeschilderten 72 Hektar Stadtgebiet, die bald als Umweltzone gelten, dürfen fortan nur noch registrierte Fahrzeuge der Einwohner Sóllers sowie Gefährte verkehren, die ausschließlich elektrisch betrieben sind. Einwohner der benachbarten Gemeinden Deià, Fornalutx und Escorca dürfen zwar durch die ZBE fahren, das Parken ist ihnen allerdings nur auf den wenigen kostenpflichtigen ORA-Parkplätzen erlaubt, die innerhalb des Bereichs mit eingeschränktem Verkehr erhalten bleiben. Allen anderen Fahrern ist die Einfahrt in die Umweltzone verboten.

Die Überwachungskameras sind bereits installiert / Joan Mora
Damit das Verbot auch eingehalten wird, hat die Stadtverwaltung acht Bußgeldkameras an strategischen Punkten installiert, die all jene sanktionieren werden, die ohne Genehmigung in die ZBE einfahren. Wer sich widersetzt, muss 200 Euro Strafe bezahlen.
Auswärtige müssen draußen parken
Neben der Zugangsbeschränkung werden 600 Parkplätze, die derzeit kostenpflichtig sind, zur grünen Zone, in der ausschließlich lokale Fahrerinnen und Fahrer parken dürfen, die das entsprechende Kennzeichen an ihren Fahrzeugen tragen. Die ehemals blau markierten Parkplätze werden derzeit entsprechend in Grün umgestrichen.
Los geht es mit der Umweltzone am Freitag um 23 Uhr. Die Kosten, die für die Neuregelung, Ausschilderung und Überwachung anfallen, sollen teilweise durch Gelder des EU-Förderfonds "Next Generation" gedeckt werden, der 600.000 Euro bereitstellt.
All jene, die nicht in Sóller leben, müssen ab dem Wochenende außerhalb der Stadt parken. Hierfür sind vier Park-and-Ride-Parkplätze an der Umgehungsstraße eingerichtet, die gegen Gebühr 600 Fahrzeuge fassen - genau so viele, wie in der Stadt nun für Auswärtige wegfallen.

Die rot gekennzeichnete Fläche dürfen bald nur noch registrierte Anwohner Sóllers passieren. / Rathaus Sóller
Änderung der Fahrtrichtungen
Ebenfalls neu: Zahlreiche Fahrtrichtungen sollen ab Freitagabend ebenfalls geändert werden. Um ein Chaos zu vermeiden, plant die Ortspolizei, in den ersten Tagen alle ihre Beamten einzusetzen. Konkret sollen die Straßen Carrer Pere Serra, Carrer Sant Jaume und Carrer Isabel II zu den wichtigsten Ausfahrtsstraßen aus Sóller werden. Dagegen wird der Carrer Centre zur wichtigsten Einfahrtsroute ins Stadtgebiet.
Der Bürgermeister von Sóller, Miquel Nadal, bat die Bürger am Montag (23.2.) um Geduld für die bevorstehenden Änderungen. Die Maßnahmen zielten darauf ab, "das Leben der sollerics zu verbessern, die Luftqualität zu erhöhen und es den Einwohnern von Sóller zu ermöglichen, in ihrer Gemeinde parken zu können“. Alle Entscheidungen seien zuvor gründlich abgewogen und basiernd auf zahlreichen Studien getroffen worden. /somo
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