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Autoliebhaber auf Mallorca verraten: Das sind die schönsten Strecken der Insel

Es muss nicht immer Sa Calobra oder Formentor sein. Wo es sich auf der Insel noch gut Auto fahren lässt und wer Ausfahrten anbietet

Bei der Ausfahrt der Mallorca Car Week wird eher gemächlich gefahren.  | FOTO: MALLORCA CAR WEEK

Bei der Ausfahrt der Mallorca Car Week wird eher gemächlich gefahren. | FOTO: MALLORCA CAR WEEK

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Schnelle Autos, steile Kurven – die Rally Clásico steht mal wieder auf Mallorca an. Das Rennen steht zwar jedermann offen, allerdings werden die wenigsten von uns einen historischen Sportwagen in der Garage geparkt haben. Die MZ hat bei den Autoliebhabern auf der Insel nachgefragt, wo man denn besonders gut auf vier Rädern unterwegs ist. Schnell stellte sich heraus: In der Branche gibt es zwei Lager. Die Raser schwören auf die Tramuntana, die Fahrer mit Hut wollen gemütlich zum Restaurant dackeln.

„Rennerfahrung ist bei der Rally nicht nötig“, sagt Veranstalter Toni Dezcallar. Zumindest in der langsameren Klasse, in der es nicht um Höchsttempo geht. „80 der 102 Teilnehmer fahren aus Spaß an der Freude. Sie wollen auf den abgesperrten Straßen in der Tramuntana mal ordentlich das Gaspedal durchtreten, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.“ Abseits der Westküste empfiehlt der Autonarr Strecken im Landesinneren. „Von Alaró nach Lloseta ist eine schöne Straße. Rund um Manacor gibt es zahlreiche, wenig befahrene Strecken“, sagt er und rät dazu, den mallorquinischen Rallye-Kalender durchzugehen (zu finden unter fa-ib.com). Wo die Profis fahren, können schließlich auch Amateure die Fahrt genießen.

Die entsprechenden Sportwagen gebe es in der Motorworld zu mieten. „Korsika wird oft als Mekka für Autofahrer genannt. Dabei haben wir auf Mallorca die wesentlich bessere Infrastruktur“, sagt Dezcallar. Die Autobahnen der Insel bringen einen schnell von einer Küste an die andere. „So gut ist man nirgendwo sonst unterwegs.“

Raser und ihre Treffpunkte

Wer Kontakt zu anderen sportlichen Fahrern sucht, findet den beim Autoclub Driving Mallorca, der von Stefan Pietzsch geleitet wird (drivingmallorca.org). Donnerstags um 18 Uhr treffen sich die Autotuner an der Sportbar von Real Mallorca. „Den ersten Donnerstag im Monat sind wir meist in der Motorworld. Den letzten Donnerstag manchmal in Port Adriano“, sagt Pietzsch. Es geht international zu. „Deutsche, Engländer, Schweden – da ist von allen Nationen was dabei.“ Etwa zwei Mal pro Monat veranstalten die Tuner eine gemeinsame Ausfahrt. Meist geht es die Panoramastraße von Andratx bis Pollença die Tramuntana entlang. Verkehrskontrollen stören die Raser dabei wenig. „Wir wissen, wo die Kameras stehen. Auf den anderen Streckenteilen beschleunigen wir entsprechend“, sagt der Veranstalter, der selbst im AC Cobra sitzt. „Damit kann ich nicht langsam fahren.“ Zu Beschwerden der Anwohner sei es nie gekommen. „Die Leute winken uns sogar freundlich zu. Nur auf Radfahrer müssen wir aufpassen.“

Für gemütlichere Autofahrer gibt es den Club de Cotxes Classics (ccc-mallorca.com) oder die Mallorca Car Week, die von Roman Hummelt vom 10. bis 18. Oktober mit Basis im Steigenberger-Hotel in Camp de Mar veranstaltet wird. Er hat wenig Verständnis für die Raser. „Toni und Stefan sind gute Leute und Freunde von mir. Die Rallyes gehen aber gegen den Zeitgeist“, sagt er und führt Anwohner an, die aus Protest Möbel auf die Straße stellen, oder harte Verkehrskontrollen. „Die Polizei greift durch.“ Zudem seien die Straßen der Tramuntana völlig überfüllt. „Wir suchen uns daher lieber Strecken, auf denen wenig los ist und kaum Radfahrer unterwegs sind.“

Gemütliche Routen, Stopps und Teilnahme

Die Paraderunde in der Autowoche führt von Llucmajor über Porreres und Felanitx bis nach Portocolom. Von der Ostküste geht es nach Süden über Santanyí nach Ses Salines. „Dort lohnt es sich, in das Fischrestaurant Casa Manolo einzukehren“, sagt Hummelt. Über Sa Ràpita geht es zurück nach Llucmajor und noch rauf auf den Randa-Berg. „Wir fahren nicht schnell. Im Gegenteil: Wir genießen die Landschaft.“ Wobei bei der Car Week nur ausgewählte Fahrzeuge und ihre Besitzer mitfahren dürfen. Wer nicht zu dem erlesenen Kreis gehört, kann auf eigene Faust die Runde absolvieren. Für die etwa 120 Kilometer lange Strecke veranschlagt Hummelt bei langsamer Fahrt etwa dreieinhalb Stunden – Pausen noch nicht eingerechnet.

Alternativ können sich Autofreunde ein Ticket für eine Startrundfahrt als Co-Pilot durch Palma kaufen. „Die bieten wir direkt zum Auftakt der Car Week an“, sagt Hummelt. „Der Erlös in Höhe von 10 Euro pro Ticket geht an die Stiftung des Fußballclubs Real Mallorca.“ Bis August können sich noch Oldtimerbesitzer für die Autowoche anmelden. Der Verkauf der Plätze für die Beifahrer beginnt im Anschluss. Das komplette Programm der Car Week gibt es unter mallorcacarweek.com.

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