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Mallorcas Straßen unter Beobachtung: Der Inselrat will bald jede Autofahrt erfassen

An den Häfen von Palma und Alcúdia sollen Kameras installiert werden, um zu erfassen, wie viele Fahrzeuge auf Mallorca von Nicht-Residenten genutzt werden

Im Sommer kommt es immer wieder zu Staus auf Mallorca.

Im Sommer kommt es immer wieder zu Staus auf Mallorca. / Ana B. Muñoz

Das Mobilitätsdezernat des Inselrats geht den nächsten Schritt auf dem langen Weg hin zum Autolimit für Mallorca. Wie die Institution am Freitag (27.3.) mitteilte, habe man bei der Hafenbehörde der Balearen (APB) bereits die nötigen Genehmigungen beantragt, um in den Häfen von Palma und Alcúdia fünf Kontroll- und Überwachungskameras zu installieren.

Dadurch sollen genaue Zahlen darüber ermittelt werden, wie viele Autos monatlich und jährlich nach Mallorca ein- und wieder ausreisen. Dabei soll auch erfasst werden, welche Fahrzeuge Mietwagen sind und welche ein ausländisches Kennzeichen tragen.

Kommt nicht bei allen gut an

Bei einer Präsentation der Pläne im Februar, an der Verkehrsdezernent Fernando Rubio und Baleval-Chef Cristóbal Herrera teilnahmen, ließ es sich Letzterer dennoch nicht nehmen, das Autolimit und die damit einhergehende Beschränkung der Mietwagenflotte zu kritisieren. Herrera forderte, den „Fehler“ des Inselrats von Ibiza nicht zu wiederholen, wo das Autolimit seit dem Sommer 2025 gilt. Auf Mallorcas Nachbarinsel war die Begrenzung eingeführt worden, ohne zuvor ein Kamerasystem für eine „strenge Kontrolle“ des Verkehrs auf der Insel installiert zu haben.

210 Kameras auf der ganzen Insel

Zudem ist inzwischen der Auftrag für ein weiteres Großprojekt vergeben worden: Insgesamt sollen 210 Kameras – einschließlich der fünf Geräte in den Häfen – an verschiedenen Punkten des Straßennetzes auf Mallorca installiert werden. Den Zuschlag erhielt das Unternehmen IMESAPI, das für die Arbeiten 700.000 Euro bekommt.

Nach derzeitiger Planung soll die Installation zwischen April und Mai beginnen und spätestens im Oktober abgeschlossen sein. Damit sinken die Chancen, dass eine Begrenzung der Fahrzeugzufahrt noch in diesem Sommer in Kraft tritt.

Installation kommt ins Rollen

Wie der Inselrat weiter mitteilte, trafen sich am Mittwoch (25.3.) der Insel-Direktor für Mobilität und Aktivitäten, Rafel Oliver, sowie Techniker des Inselrats mit dem beauftragten Unternehmen. Dabei wurde vereinbart, mit den Gemeinden in der Serra de Tramuntana Kontakt aufzunehmen, um die genauen Standorte der Geräte festzulegen und bereits bekannte Problemstellen zu bestätigen.

Die Arbeiten sollen in mehreren Phasen erfolgen. Im Juni beginnt die Installation von 64 Kameras und 20 Schallmessern, die in der Serra de Tramuntana zum Einsatz kommen. Sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen, sollen anschließend auch die Kameras in den Häfen montiert werden.

Die aufgezeichneten Daten will der Inselrat der spanischen Verkehrsbehörde DGT zur Verfügung stellen, die in diesem Bereich für Regulierung und Sanktionen zuständig ist. Die vorgesehenen Geräte sind nach Angaben des Inselrats bereits von der DGT zugelassen.

Eine der neuen Kameras in der Serra de Tramuntana.

Eine der neuen Kameras in der Serra de Tramuntana. / Joan Mora

Ursprünglich war das Vorhaben nur als Installation von rund 30 Kameras im Tramuntana-Gebirge vorgestellt worden. Auf Wunsch der Balearen-Regierung, der Guardia Civil, mehrerer Rathäuser und weiterer Institutionen wurde das Projekt später jedoch deutlich ausgeweitet.

Nach den aktuellen Plänen sollen auf Mallorca 105 Geräte zur Geschwindigkeitsmessung und Fahrzeugzählung, 105 Überwachungskameras sowie 20 Schallmesser im gesamten Straßennetz installiert werden. Für die Serra de Tramuntana sind 32 Kontrollzonen vorgesehen. Dort sollen Kameras die Infrastruktur überwachen, Fahrzeuge zählen sowie Geschwindigkeit und Lärm messen.

Damit wird sich die Zahl der Kontrollpunkte auf Mallorcas Straßen praktisch verdoppeln. Zu den bislang 53 Standorten kommen 52 neue hinzu. Außerdem werden alle alten Kameras ersetzt, die bislang nur Fahrzeuge zählen konnten. Künftig soll jeder Kontrollpunkt mit einem Überwachungsgerät sowie einer Kamera zur Geschwindigkeitsmessung und Fahrzeugzählung ausgestattet sein. Die neue Technik erlaubt eine deutlich präzisere Erfassung des Verkehrs, da sie zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen unterscheiden, Kennzeichen erkennen und sogar Fahrräder registrieren kann. /slr

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