„Schluss mit den Verboten“: Mountainbiker wehren sich gegen das neue Gesetz für die Serra de Tramuntana
Die Initiative Dret a Pas kritisierte das Gesetz, das Genehmigungen für Wanderer und Radfahrer vorsieht

Die Mountain-Biker bei dem Protest in Selva. / R.F.
Rund 200 Mountainbiker haben am Samstagmittag (28.3.) auf der Plaça des Parc in Selva gegen das neue Serra-Gesetz des Inselrats protestiert. Zu der Kundgebung hatte die Initiative Dret a Pas aufgerufen. Unter Parolen wie „Schluss mit den Verboten“, „Es braucht Regeln“ und „Es leben die Mountainbikes“ forderten die Teilnehmer eine „lebendige und gemeinsam genutzte Serra de Tramuntana“ und wandten sich gegen die geplante Neuregelung.
Bei der Verlesung des Manifests machte Sprecher Pep Estopa deutlich, dass die Radfahrer sich nicht als Problem sehen. Die Erosion der Wege sei nicht auf Mountainbikes zurückzuführen, sondern vor allem auf Regen und mangelnde Instandhaltung. Das Tramuntana-Gebirge sei nicht nur eine Landschaft, sondern auch Erinnerung, Geschichte und ein Ort, an dem viele Menschen aufgewachsen seien und ihre Heimat lieben gelernt hätten.
Wanderer, Radfahrer, Kletterer und Reiter seien daher nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung und auch als Beschützer des Gebirges. Die Nutzer dieses Naturraums trügen aus Sicht der Initiative dazu bei, dass die Serra lebendig bleibe und auch in Zukunft als gemeinsam genutzter Raum erhalten werden könne.
Kritik an Verboten und Genehmigungspflicht
Scharfe Kritik übte die Initiative an der geplanten Vorschrift, weil sie die Menschen nicht als Teil der Serra betrachte, sondern als Störfaktor. Dass man künftig für das Gehen, Wandern oder Radfahren Genehmigungen brauche, bedeute aus Sicht der Organisatoren einen Wandel von einem frei zugänglichen Raum hin zu einer kontrollierten Serra „für wenige“. Dret a Pas fordert stattdessen eine Regelung mit Augenmaß, Respekt und gesundem Menschenverstand.
Estopa betonte außerdem, dass die Nutzer der Wege häufig selbst zu den Verbündeten beim Schutz und bei der Überwachung des Gebiets gehörten. Die Initiative verlangt die Wiederherstellung öffentlicher Wege, die Fertigstellung noch ausstehender Wegekataloge sowie eine Regelung, die sich auf objektive Kriterien, technische Nachweise und gesellschaftliche Beteiligung stützt.
Sorge um öffentliche Wege und Privatinteressen
Auch Joan Oliver von der Nachbarschaftsvereinigung von Palmanyola sprach bei der Kundgebung. Er bezeichnete den Schutz öffentlicher Wege als kollektives Recht gegenüber privaten Interessen. Diese Wege seien zentrale Bestandteile des historischen, natürlichen und kulturellen Erbes Mallorcas.
Über sie hätten frühere Generationen Dörfer miteinander verbunden und Spuren der Inselgeschichte hinterlassen. In den vergangenen Jahren sei der freie Zugang zu diesen traditionellen Routen jedoch zunehmend durch Absperrungen und Privatisierung bedroht worden.
Sebastià Matamalas von der Plattform Camins Públics Oberts (öffentlich zugángliche Wege) aus Manacor warf dem Gesetz vor, vor allem private Interessen zu schützen. Es sei nicht erkennbar, dass die Vorschrift wirklich das öffentliche Interesse am Zugang zu einem so symbolträchtigen Ort wie das Tramuntana-Gebirge verteidigen wolle.
Forderung nach Katalogen vor neuem Gesetz
Besonders kritisch sieht Matamalas den Plan, nur bestimmte Strecken für Fahrräder freizugeben und den Rest zu sperren. Sinnvoller wäre es seiner Ansicht nach, lediglich einzelne Abschnitte mit besonderem Schutzwert einzuschränken.
Zugleich kritisierte er, dass viele Rathäuser bis heute keine vollständigen Kataloge ihrer öffentlichen Wege vorgelegt hätten, während Eigentümer Wege oft ungehindert sperrten. Ohne diese Verzeichnisse bleibe die Bevölkerung weitgehend schutzlos.
Deshalb könne ein solches Gesetz aus seiner Sicht erst dann verabschiedet werden, wenn die öffentlichen Wege zuvor eindeutig erfasst worden seien.
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