Sieben Tipps für Autofahrer: So behalten Sie im chaotischen Verkehr auf Mallorca den Überblick
Auf welcher Spur fahre ich in den Kreisverkehr ein? Warum gibt es bei schlechten Wetter immer Stau? Und darf ich dort parken?

In so einem Stau möchte man nicht feststecken. / DM
Der Verkehr auf Mallorca ist mitunter wild und chaotisch. Der Wechsel über mehrere Spuren, ohne zu blinken, steht bei vielen Autofahrern auf der Tagesordnung. Immer wieder sitzen Betrunkene am Steuer, ganze Familien auf einem kleinen Moped oder Rentner im E-Scooter auf der Autobahn. Hier kommen ein paar praktische Tipps, um den Überblick zu behalten.
Tipp 1: Meiden Sie die Stoßzeiten
Wer die Verkehrsmitteilungen im Radio hört, stellt schnell ein Muster fest: In Palma staut es sich auf der Ringautobahn, am Paseo Marítimo und auf dem Carrer d'Aragó. Grundsätzlich kommt es an Werktagen zwischen 9 und 10 Uhr zur Rush Hour auf diesen Straßen. Die Auffahrt der Inca-Autobahn auf die Ringautobahn ist meist komplett voll. Rund um Schulen droht ein Verkehrschaos. Auf der Ringautobahn selbst stockt es eher Richtung Andratx.
Am Nachmittag - ab 16 Uhr - geht das Spiel in die andere Richtung los. Die Ringautobahn gen Flughafen ist voll. Oft staut es sich auch auf der Autobahn Richtung Südwesten. Wer nicht Schlange stehen will, sollte versuchen, eher oder später zu fahren.
Im Sommer kommt es am Wochenende abends zudem regelmäßig zu Staus auf der Flughafenautobahn nach Palma. Die Strandbesucher kehren heim und sorgen für eine volle Straße rund um den Sonnenuntergang.
Tipp 2: Haben Sie die Großevents im Blick
Schon mal versucht, vor einer Osterprozession einen Parkplatz in der Innenstadt zu ergattern? Diese grandiose Idee haben Sie bestimmt kein zweites Mal. Es gibt einige Events auf Mallorca, die für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen sorgen. Dazu zählen die Boat Show in Palma, das Anzünden der Weihnachtsbeleuchtung oder Sportevents wie der Ironman in Alcúdia. Zu den Spielen von Real Mallorca ist es eine gute Idee, das Stadion großräumig zu meiden. Die Parksituation ist so mies, dass viele Autos achtlos auf den Seitenstreifen der Autobahnauffahrt abgestellt werden. Selten greift die Polizei ein.
Gewissermaßen auch ein Großevent ist die sogenannte "Operation Wolke". Wenn es im Sommer bewölkt ist oder gar regnet, fahren viele Strandurlauber nach Palma. Es kommt zum Stau und viele Parkhäuser sind überfüllt. Wer nach Palma muss, sollte eher auf einen freien Platz im Bus hoffen oder vielleicht ein Park & Ride-Angebot des Zugs nutzen.
Tipp 3: Blinken Sie im Kreisverkehr
Die zweispurigen Kreisverkehre sind der Endgegner vieler Autofahrer. Nicht nur die Deutschen, auch die Mallorquiner tun sich schwer damit. Theoretisch sollte die äußere Spur bei Ausfahrt in der ersten oder zweiten Gelegenheit genutzt werden. Die innere Spur, wenn man erst die dritte Ausfahrt nimmt. Praktisch hält sich kaum jemand daran. Um nicht die äußere Spur kreuzen zu müssen, stellen sich fast alle Autofahrer lieber lange hier an, statt den linken Fahrstreifen zu nehmen, der oft frei ist.
Hier lässt sich viel Zeit sparen. Sollte der Spurwechsel mal nicht klappen, kann man immer noch eine Extrarunde im Kreisverkehr fahren. Die Verkehrsbehörde DGT schreibt vor, dass dir Ausfahrt immer nur von der äußeren Spur erfolgt. Geblinkt werden muss nur beim Verlassen des Kreisverkehrs. Hilfreich ist es manchmal aber dennoch, auch die Weiterfahrt im Kreisverkehr zu signalisieren, damit wartende Autos nicht die Vorfahrt nehmen.
Tipp 4: Lassen Sie sich von falschen Blitzerwarnungen nicht irritieren
Auf Mallorca gibt es gar nicht so viele Blitzer, dafür umso mehr Warnschilder. In den meisten Fällen handelt es sich um unnötige Warnungen. In Palmas Stadtviertel Nou Llevant gibt es beispielsweise keinen Blitzer, auch wenn es die Schilder behaupten. Das soll natürlich keine Einladung zum Rasen sein.
Tipp 5: Kennen Sie die Parkregeln
Die Parkregeln in Palma sind verzwickt. Die grundlegenden Dinge kennt jeder Autofahrer: weiße Linie bedeutet Freiparken, blaue Linie ist die kostenpflichtige ORA-Zone, gelbe Linien sind Sonderflächen. Es gibt aber Ausnahmeregeln, die eine verzweifelte Suche nach einem freien Parkplatz erleichtern können. Viele Behinderten-, Motorrad- oder Notfallparkplätze gelten nur in einem ausgeschriebenen Zeitraum. Dieser steht in einem Zusatzschild darunter. Gleiches gilt für die Ladezonen. Meist darf man dort in der Mittagspause von etwa 13.30 bis 16 Uhr und am Abend parken. Obacht: Selbst außerhalb des Ladezeitfensters gilt mitunter der ORA-Zeitraum und auch für die gelben Flächen muss ein Parkschein gelöst werden.
Hilfreich sind bei Zweifeln die ORA-Kontrolleure, die in Palma in der Regel sehr freundlich sind. Manchmal geben sie auch Tipps, an welchen Stellen das Auto abgestellt werden kann, selbst wenn es die Schilder verbieten. Wir wollen an dieser Stelle aber nicht alle Insider verraten.
Tipp 6: Passen Sie an Ampeln auf
Spanische Ampeln ticken anders als die deutschen. In Deutschland gibt es einen Pufferzeitraum: Schaltet die Ampel für Fußgänger auf Rot, müssen die Autos trotzdem noch ein paar Sekunden auf Grün warten. Auf Mallorca ist der Übergang fließend. Rasen Sie also nicht wie ein Formel-1-Auto beim grünen Licht los und schauen Sie besser, ob noch ein Nachzügler die Straße überquert.
Tipp 7: Bremsen Sie vor Kreuzungen und Radwegen
Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber gerade die Radwege in Palma fungieren gerne als zusätzlicher Gehweg achtloser Passanten oder als Parkplatz für Autos. An Kreuzungen halten viele Autofahrer erst auf dem roten Streifen und nicht davor. Als Rad- oder E-Rollerfahrer hat man dann keine Chance.
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