Residenten zuerst? Welche Lösungen es für das Busproblem auf Mallorca geben könnte
Leserinnen und Leser der MZ diskutieren auf Facebook über die Frage, ob Residenten in überfüllten Bussen auf Mallorca bevorzugt werden sollten. Einige befürchten eine Ungleichbehandlung

Kati Winter
Sobald die Saison auf Mallorca beginnt, sieht man in den Urlaubsorten lange Schlangen an den Bushaltestellen. Auch wenn einige TIB-Überlandbusse teilweise im zügigen Takt fahren, kommen nicht alle Passagiere hinein. Eine junge Anwohnerin aus Valldemossa hat am vergangenen Dienstag (31.3.) in den sozialen Netzwerken ein Video hochgeladen, das viral ging. Darin beschwert sie sich über die vollen TIB-Überlandbusse und besteht darauf, als Einheimische Vortritt zu haben.
Was denken die MZ-Leserinnen und -Leser: Sollten Residenten als Erste in den Bus einsteigen? Und gibt es eine Lösung für das alljährliche Busproblem im Sommer? So wurde auf Facebook diskutiert.
Woran erkenne ich Residenten denn?
Bei einigen ist die Empörung groß: Begriffe wie „Ausgrenzung“ oder „Klassensystem“ liest man in den Kommentaren. Eine Person wagt sogar einen unangenehmen Vergleich mit der Rassentrennung in den USA – was jedoch deutlich zu weit geht.
Einige Nutzerinnen und Nutzer sind sich zudem unsicher, ob man Urlauber und Residenten überhaupt so einfach auseinanderhalten kann. Tatsächlich ist das derzeit schon möglich, da alle Residenten momentan kostenlos fahren – mit der TIB-Karte oder der Tarjeta Única.
Ein deutscher Mallorca-Resident kennt noch eine andere Möglichkeit, Urlauber von Residenten zu unterscheiden: „Ich bin zwei Jahre mit dem Bus nach Palma zur Arbeit gefahren. Die Touristen erkennt der Busfahrer daran, dass sie nicht verstehen, dass er keine großen Scheine annehmen kann und sie das Einsteigen stark verzögern. Nach acht Stunden Arbeitszeit kann das schon nerven.
Verständnis für die Residenten
Das Verständnis seitens der MZ-Leser ist durchaus vorhanden. Einer schreibt etwa: „Die müssen zur Arbeit oder haben sonstige Verpflichtungen. Touristen an sich haben Zeit.“ Ein weiterer Nutzer betont: „Denkt immer dran: Wir sind nur Gäste.“
Andere sehen das ganz anders. Für sie gilt nur eine einfache Regel: „Wer zuerst da ist, kommt zuerst rein.“ Und auch wenn Urlauber nicht zur Arbeit müssten, hätten sie mitunter Termine, die sie einhalten müssten: „Touris müssen ihren Flug bekommen oder haben Reservierungen“, nennt jemand als Beispiel. Ein weiterer fügt hinzu: „Nicht vergessen, dass es diese Infrastruktur mit den gut getakteten Bussen teils – nicht nur, ist mir klar – auch wegen der Touristen gibt.“
Wie könnte sich das Problem lösen?
Die meisten sehen in den Kommentaren die Lösung nicht in einer Priorisierung von Residenten, sondern in mehr Bussen zu den Stoßzeiten. „Die sollen lieber auf diesen Strecken mehr Fahrzeuge einsetzen und mal halbwegs pünktlich fahren“, schreibt ein Nutzer.
Doch in viele Urlaubsorte fahren die Busse bereits in dichtem Takt – etwa von Palma nach Magaluf, wo alle 15 Minuten ein Bus fährt, oder nach Sóller, wo es alle 25 Minuten eine Verbindung gibt. Trotzdem sind die Busse bereits im März rappelvoll.
Ein Leser hat einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Der Bus muss ab sofort für Nicht-Residenten so teuer werden, dass die Touristen abgeschreckt werden.“ Ein weiterer Leser bleibt pragmatisch und schreibt: „Wenn die Einheimischen nicht mehr zur Arbeit kommen, haben die Touristen auch nix davon – ganz im Gegenteil.“
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