Verkehrschaos in Sóller: Gibt es bald Zufahrtsbeschränkungen wie in Formentor?
Tourismusdezernentin Llum Castanyer strebt ein Treffen mit der Verkehrsbehörde DGT an

Bald auch in Sóller? Auf der Halbinsel Formentor wird die Zufahrt gesperrt. / MANU MIELNIEZUK
Der Kampf der Gemeinde Sóller im Norden von Mallorca gegen das seit Jahren vorherrschende Verkehrschaos geht weiter. Nachdem bereits vor wenigen Wochen eine Umweltzone eingeführt wurde, mir der der Verkehr im Dorfzentrum eingedämmt werden soll, denkt die Gemeinde nun offenbar über weitere Restriktionen nach. Tourismus-Gemeinderätin Llum Castanyer erklärte gegenüber dem Radiosender Cadena Ser, man strebe eine Reihe von Treffen mit der Verkehrsbehörde DGT an, um über Zufahrtsbeschränkungen wie in Formentor zu sprechen. Auf der Halbinsel im Norden Mallorcas wird die Anzahl der Autos seit Jahren in den Sommermonaten streng reguliert.
Auf MZ-Anfrage wollte das Rathaus Sóller dies allerdings nicht bestätigen. Ein Treffen mit der DGT sei derzeit nicht anberaumt, erklärte ein Sprecher. Man werde sich aber mit dem Verkehrsdezernenten im Inselrat, Fernando Rubio, zusammensetzen. Laut Cadena Ser, die ebenfalls über den anstehenden Termin berichtet hatte, soll es dabei um eine bessere Ausschilderung der neuen Umweltzone und der Parkmöglichkeiten für auswärtige Autofahrer gehen.
Der Verkehr ist spätestens seit dem Ende der Corona-Pandemie in Sóller zu einem massiven Problem geworden. Insbesondere im Frühling und in den Sommermonaten nutzen viele Mallorca-Urlauber die Gelegenheit, um mit dem Mietwagen in das malerisch gelegene Traumuntana-Dorf zu fahren. Dies führt dazu, dass es auf der Zufahrt regelmäßig zu langen Staus kommt. Für die Dorfbewohner kam erschwerend hinzu, dass sie kaum noch Parkplätze zur Verfügung hatten.
So funktioniert Sóllers Umweltzone
In einer ersten Maßnahme hatte die Gemeinde Ende Februar eine neue Umweltzone eingeführt. Effektiv handelt es sich dabei um ein Einfahrtverbot für alle Fahrzeuge, die nicht in der Gemeinde gemeldet sind. Zwar können Sondergenehmigungen eingeholt werden. Für Urlauber bedeutet die Maßnahme aber: Ab sofort dürfen sie mit ihren Mietwagen nicht mehr ins Dorf fahren und parken, sondern müssen auf den eigens eingerichteten Parkplätzen außerhalb des Ortskerns einen Platz finden. Bis zu 600 Parkmöglichkeiten stehen hier zur Verfügung.
Seit diesem Montag (13.4.) ist auch die Übergangsphase beendet, in der noch keine Strafen ausgestellt werden. Seither werden bei Verstößen gegen die neue Regelung 200 Euro fällig - und zwar für jedes Mal, wenn die Kontrollkameras das Kennzeichen bei der Einfahrt erfassen. Wer also auf der Suche nach einem Parkplatz im Dorf mehrfach in die Zone hineinfährt, kriegt für jede Einfahrt in die Umweltzone ein Knöllchen.
Den Einzug der Strafen übernimmt das balearische Finanzamt Atib. Im Fall von Urlaubern, die mit ihren Mietwagen in die Umweltzone fahren, wird das Bußgeld automatisch abkassiert. Das Knöllchen wird an das Mietwagenunternehmen ausgestellt, das die Strafe von der hinterlegten Kreditkarte abbucht.
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