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Knallt wie ein Bombeneinschlag: Wie laut Motorräder auf Mallorca sein dürfen und wie die Polizei kontrolliert

In Barcelona werden derzeit Lärm-Blitzer getestet. Die Polizei auf Mallorca schickt die Lärmteufel lieber zum TÜV

Auf Mallorca gibt es bislang nur normale Verkehrskontrollen.

Auf Mallorca gibt es bislang nur normale Verkehrskontrollen. / Foto: Inselrat

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Man kennt es: Beim Spaziergang rast ein Motorrad an einem vorbei und es knallt so laut, als würde eine Bombe neben einem explodieren. Vor Schreck bleibt man wie ein Reh im Scheinwerferlicht stehen. Nicht wenige Zweiräder verstoßen gegen die Vorschriften. Es deutet sich an, dass das bald Konsequenzen haben könnte.

Wie lauten die Vorschriften?

Die spanische Verkehrsbehörde Dirección General de Tráfico (DGT) schreibt einen maximalen Lärmpegel von 87 Dezibel vor. Wie bei den Geschwindigkeitskontrollen gibt es einen Kulanzrahmen. Strafbar ist ein zu lautes Motorrad erst ab 91 Dezibel.

Je nach Lautstärkeüberschreitung wird ein mögliches Bußgeld höher. Sind es exakt vier Dezibel mehr, müssen die Motorradfahrer laut RACE - dem spanischen Pendant zum ADAC - 90 Euro Strafe zahlen. Zwischen vier und sieben Dezibel sind es 91 bis 300 Euro. Ab acht Dezibel sind es 300 bis 600 Euro.

In manchen europäischen Städten wie London und Paris gibt es bereits Blitzer mit eingebautem Lautstärkemesser. In Barcelona werden derzeit an zwölf Punkten derartige Geräte getestet. Knöllchen gibt es noch nicht. Es ist daher nicht abwegig, dass die Lärmblitzer auch irgendwann nach Mallorca kommen.

"Einen Lautstärkemesser als solchen benutzen wir nicht", sagte ein Sprecher der Ortspolizei Palma gegenüber der MZ. "Wenn wir bei einer normalen Verkehrskontrolle hören, dass das Motorrod extrem laut ist und getunt wurde, schicken wir es zur ITV." Beim Pendant zum spanischen TÜV wird dann die Lautstärke gemessen und geschaut, ob die Umbauten legal sind. Bei Verstößen könnte das Motorrad aus dem Verkehr gezogen werden.

Keine Einzelfälle

Das Thema wird auch in Deutschland seit Jahren heftig diskutiert. Der Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat bereits 2022 eine Studie veröffentlicht. "Etwa jedes dritte Motorrad ist bei der Vorbeifahrt lauter als 90 Dezibel", heißt es darin. Das sei so laut wie eine Kreissäge oder ein Presslufthammer.

Der ADAC hat eine Liste an Tipps für Motorradfahrer veröffentlicht, um die Lärmbelästigung gering zu halten. So soll auf eine explosive Beschleunigung verzichtet werden und grundsätzlich die Maschine nicht getunt werden.

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