Strandurlaub auf Mallorca: Darum wehren sich die Anwohner plötzlich gegen den neuen Parkplatz an der Cala Agulla
Seit vergangenem Jahr gibt es einen 15 Minuten Fußmarsch entfernten Ausweichparkplatz. Die Anwohner geben gleich mehrere Gründe an, warum sie ihn für ausreichend halten

Der alte Dünenparkplatz hinter der Cala Agulla existiert nicht mehr. Er wurde Anfang 2025 für immer geschlossen. / Sophie Mono / (Archivbild)
Die Diskussionen um die Parkplatzsituation am beliebten Strand Cala Agulla im Nordosten von Mallorca nehmen kein Ende. Nachdem jahrelang ein Parkplatz im Dünengebiet neben dem Strand genutzt wurde, hatte die Gemeinde im vergangenen Jahr einen Ausweichparkplatz im Gebiet Sa Gravera in Cala Ratjada zur Verfügung gestellt. Der Knackpunkt: Dieser befindet sich rund 15 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Im Hochsommer beladen mit Strandutensilien ist das nicht für jeden so einfach zu meistern.
Als Alternative plant das Rathaus einen neuen Parkplatz, der sich auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum alten Dünenparkplatz und damit zum Strand befindet. Doch dagegen werden nun unter den Anwohnern immer mehr Stimmen laut. Viele finden, dass der neue Parkplatz gar keine Notwendigkeit hat. Begründet wird dies damit, dass es nur zu den Stoßzeiten im Sommer und an den Wochenenden zu einer Überlastung komme – vor allem durch Inselbewohner, die punktuell zum Baden kommen. Anwohner seien auf den Parkplatz nicht angewiesen. Und Urlauber verfügten über eigene Transportmöglichkeiten verfügten, etwa den Touristenzug oder die Minibusse der Hotelbetriebe, die sie direkt am Eingang zum Strand absetzen.

Nach Willen von Gemeinde und Inselrat soll hier der neue Parkplatz an der Cala Agulla entstehen. / Biel Capó
Für die restlichen Badegäste, die auf einen Parkplatz angewiesen sind, sei der in Sa Gravera völlig ausreichend. Schließlich, so die Anwohner, könne der Fahrer seine Mitfahrer am Kreisverkehr neben dem Strand absetzen und dann auf dem Ausweichparkplatz den Wagen abstellen. So müsste man Sonnenschirme, Kühlboxen und anderem Strandzubehör nicht ewig schleppen. Statt eines neuen Parkplatzes schlagen die Anwohner ein Besucher- oder Informationszentrum vor.
Jetzt kommt es auf die Politik an
Inwieweit diese Vorschläge bei der Politik Gehör finden, bleibt abzuwarten. Denn der neue Parkplatz mit 450 Plätzen ist sowohl von der Gemeinde als auch vom Inselrat fest eingeplant. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Capdepera, Núria García, verwies gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" darauf, dass sich nun noch die Balearen-Regierung äußern und endgültig grünes Licht geben müsse. Vergangene Woche habe man zum wiederholten Mal eine Bitte um Bestätigung an das Umweltministerium geschickt.

Erkennen Sie ihn noch? Auf dem alten Parkplatz werden mittlerweile Saubohnen angebaut. / Biel Capó
Da die neue Tourismussaison unmittelbar bevorsteht, ist davon auszugehen, dass sich die Parkplatzsituation an der Cala Agulla in diesem Sommer nicht verändern wird, selbst wenn die Landesregierung schnell reagiert. Alles deutet darauf hin, dass es frühestens 2027 wieder einen Parkplatz direkt am Strand geben könnte.
Das Grundstück des alten Parkplatzes hat mittlerweile übrigens eine ganz andere Nutzung: Dort steht jetzt ein mit Saubohnen bepflanztes Feld. /pss
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