Ärger mit Mietwagen auf Mallorca: Wenn der Urlaub plötzlich dreimal so teuer wird
Das Problem mit der angeblich nicht funktionierenden Kreditkarte ist bei Goldcar noch nicht ausgestanden. Auch OK Mobility gibt einmal mehr Anlass für Beschwerden einer Kundin

Mit dem Anbieter Goldcar kommt es auf Mallorca immer wieder zu Auseinandersetzungen. / NELE BENDGENS
Die Hauptreisezeit hat begonnen – und pünktlich damit auch wieder die Klagen über die Geschäftsmethoden von so manchem Mietwagenanbieter auf Mallorca. Vorab: Die meisten Firmen scheinen sich mehr oder weniger anständig zu verhalten, Beschwerden gibt es meist nur über die immer gleichen zwei bis drei Unternehmen. Fast immer mit dabei: Goldcar, der Billigableger von Europcar. So auch diesmal.
MZ-Leser Michael Lohmann aus dem hessischen Oberursel fühlt sich von dem Anbieter über den Tisch gezogen, wie er der MZ berichtet. Er habe für einen Mallorca-Aufenthalt im Juni einen Kia über die Mietwagenplattform billiger-mietwagen.de gebucht. Zwei Wochen inklusive Vollkaskoversicherung für 229 Euro. „Ich habe schon häufig bei Goldcar gebucht und war bisher immer zufrieden“, berichtet Lohmann am Telefon.
Auch Probleme mit der Adresse
Anders diesmal: Als er Anfang Juni am Schalter sein gebuchtes Auto abholen wollte, habe es zunächst Probleme mit einer spanischen Adresse gegeben. „Die Mitarbeiterin am Schalter wollte mir das Auto wegen meiner spanischen Adresse zunächst gar nicht aushändigen, weil ich angeblich das falsche NIE-Dokument dabeihatte.“ Also griff Lohmann auf seine deutsche Adresse zurück. Aber auch damit ging es nicht viel besser. „Die Dame am Schalter sagte mir, ich müsse entweder eine Versicherung für weitere 636 Euro kaufen oder eine Kaution von 2.300 Euro für den Mietzeitraum hinterlegen“, berichtet Lohmann.

Goldcar-Schalter am Flughafen Palma. / Nele Bendgens
Da er nicht einsah, zusätzlich zu seiner bereits gebuchten Vollkaskoversicherung eine weitere Versicherung dazuzubuchen, die beinahe drei Mal so teuer wie der gesamte Mietpreis des Autos war, entschied er sich für die Kaution. Wie in früheren Fällen, über die die MZ in der Vergangenheit bereits berichtete, funktionierte die Kreditkarte von Lohmann plötzlich nicht. „Die Mitarbeiterin hat sogar den Bildschirm zu mir hingedreht, sodass ich eine Fehlermeldung sehen konnte“, sagt Lohmann. Diese habe allerdings wie bei dem mehrere Jahrzehnte alten Betriebssystem MS-DOS ausgesehen und nicht glaubwürdig gewirkt. Die Frau habe ihm daraufhin erklärt, er müsse seine Kreditkarte für das Ausland freischalten. Lohmann hatte zuvor mit dieser Karte nie Probleme gehabt, auch nicht in Spanien.
Angespannte Stimmung am Schalter
Der Hesse hatte den Eindruck, als wolle ihm die Mitarbeiterin den Wagen partout nicht überlassen. „Es kann auch nicht an der Sprachbarriere gelegen haben, denn ich spreche fließend Spanisch. Die Dame war völlig beratungsresistent.“ Ohnehin sei die Stimmung am Schalter angespannt gewesen. Kurz bevor Lohmann an der Reihe war, riefen die Mitarbeiter den Sicherheitsdienst, weil eine andere Kundin wegen einer Unklarheit ein Telefonat führen wollte – doch das sei angeblich untersagt.
Lohmann entschied sich daraufhin, nicht weiter zu insistieren und ging nebenan zum Anbieter Hertz. „Dort konnte ich ohne Probleme ein Auto anmieten, die Kreditkarte hat hier einwandfrei funktioniert“, sagt der Deutsche. Allerdings lag der Mietpreis bei Hertz mit rund 600 Euro fast drei Mal so hoch. Und ob er das Geld aus der gescheiterten Goldcar-Miete jemals wiedersehen wird, weiß er heute noch nicht. Bei der Plattform billiger-mietwagen.de habe man ihm geraten, dass er nach seiner Rückkehr nach Deutschland eine Reklamation vorlegen solle. Dann könne geprüft werden, ob es Geld zurückgebe.
Von Goldcar gab es bisher keine Antwort auf die Anfrage der MZ, wie es sein kann, dass immer wieder Kreditkarten angeblich nicht funktionieren, die dann bei anderen Anbietern problemlos eingesetzt werden können.
Angeblich zu schnell gefahren
Eine andere Beschwerde über eine aus der Sicht der Kundin nicht gerechtfertigte Strafe wegen zu schnellen Fahrens liegt der MZ ebenfalls vor. In diesem Fall berichtet die MZ-Leserin Angelika Moeller, dass sie von OK Mobility eine Benachrichtigung über einen Strafzettel weitergeleitet bekam, den sie angeblich im Februar auf der Insel verursacht habe. In der Mail des Mietwagenunternehmens steht unter dem Punkt „Straferlassende Behörde“ die Steuerbehörde der Balearen, also die Agencia Tributaria.

Bei OK Mobility geht auch häufiger etwas nicht mit rechten Dingen zu. / Nele Bendgens
Darunter folgen die Angaben des Vergehens. Es soll sich am 25. Februar um 13.03 Uhr zugetragen haben, Moeller soll auf einer Straße, die auf 40 km/h beschränkt war, mit einer Geschwindigkeit zwischen 40 und 60 km/h unterwegs gewesen sein, das genaue Tempo geht nicht aus dem Bescheid hervor. Und auch nicht der Ort, was Moeller stutzig machte. „Es steht nicht, wo ich angeblich zu schnell gefahren sein soll, und es gab kein Foto dazu. Außerdem habe ich an diesem Tag um kurz nach 13 Uhr nicht am Steuer gesessen, weil ich auf dem Markt in Santanyí war und erst gegen 14 Uhr wieder am Auto“, sagt Moeller der MZ am Telefon.
Bei OK Mobility häuften sich die Unregelmäßigkeiten
Zwar stimmte das Kennzeichen auf dem Strafbescheid mit dem ihres Mietwagens überein, aber Moeller ist sich trotzdem sicher, die Strafe nicht verursacht zu haben. Inzwischen wurde ihr der Strafzettel mit Foto zugestellt, „auf dem man allerdings nichts erkennen kann“. Auch der Ort des Vergehens ist aufgeführt, Moeller ist sich aber nach wie vor sicher, dass sie zur fraglichen Zeit nicht auf dieser Straße unterwegs war. Bereits wenige Monate vorher hatte sie ein ähnliches Schreiben erhalten, ebenfalls mit einem Strafzettel.
Moeller bucht seit fast 15 Jahren bei OK Mobility und hatte in der Vergangenheit nie Probleme. Doch zusätzlich zu den beiden Strafbescheiden sei ihr bereits im Herbst 2025 ein nicht von ihr verursachter Schaden „angedichtet“ worden. Seitens des Unternehmens erklärt ein Sprecher, die Strafe habe ihre Richtigkeit, und Moeller habe bereits gezahlt. Die Deutsche selbst bestätigt das zwar, ist aber nach wie vor nicht überzeugt davon, dass hier alles mit rechten Dingen zugegangen ist.
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