Autolimit auf Mallorca: Inselrat verlangt Daten über die Fahrzeugströme von führenden Reedereien
Die drei wichtigsten Reedereien Mallorcas erhalten einen Monat Zeit, um detaillierte Daten über den Fahrzeugverkehr 2024 und 2025 vorzulegen

Mietwagen warten an der Fähre in Palma auf ihre Verladung. / DM
Die drei wichtigsten auf Mallorca tätigen Reedereien – Baleària, Trasmed und GNV España – haben ab sofort einen Monat Zeit, dem Inselrat Daten zu den 2024 und 2025 auf die Insel gebrachten und wieder ausgeführten Fahrzeugen vorzulegen. Erfasst werden sollen auch die tägliche Differenz zwischen Ein- und Ausfahrten sowie das jährliche Gesamtverhältnis. Zudem müssen die Unternehmen unterscheiden, ob es sich um Fahrzeuge von Residenten, Nichtresidenten oder Mietwagen handelt.
Das ist einer der zentralen Punkte eines Abkommens, das der Inselrat von Mallorca am Donnerstag (30.7.) mit den Reedereien unterzeichnet hat. Die Daten sollen als Grundlage für das geplante Gesetz dienen, mit dem die Einreise von Fahrzeugen nach Mallorca künftig begrenzt werden soll.
Für die Jahre 2024 und 2025 müssen die Angaben innerhalb von 30 Tagen übermittelt werden, für 2026 anschließend vierteljährlich. Darüber hinaus verpflichten sich die Reedereien, ihre Passagiere mit Plakaten und Faltblättern über besonders problematische Punkte im Straßennetz, öffentliche Verkehrsverbindungen und Empfehlungen für die Fortbewegung auf der Insel zu informieren. Über QR-Codes sollen Besucher außerdem aktuelle Verkehrsmeldungen des Inselrats, die Auslastung der Parkplätze in der Serra de Tramuntana und die Zufahrtsbeschränkungen am Cap de Formentor abrufen können.
Höhe der Gebühr steht noch nicht fest
Mallorcas Mobilitätsdezernent Fernando Rubio erklärte nach der Unterzeichnung, dass der derzeitige Gesetzentwurf im Parlament noch geändert werden könnte. Im Gespräch sei, Einwohnern der Balearen die Mitnahme ihres Fahrzeugs von einer Insel auf eine andere auch ohne beruflichen oder medizinischen Grund zu erlauben. Der aktuelle Entwurf sieht eine solche Ausnahme bislang nur für bestimmte Anlässe vor.
Inselratspräsident Llorenç Galmés bekräftigte, das Gesetz solle nach dem Sommer und damit „in den kommenden Monaten“ verabschiedet werden. Für die Inselregierung habe das Vorhaben „höchste Priorität“. Das Abkommen ermögliche es dem Inselrat, die Fahrzeugströme genauer zu erfassen und saisonale Unterschiede zu analysieren.

Archivbild einer Fähre von Trasmed / DM
Nach den bisherigen Plänen sollen die Reedereien später selbst die Genehmigungen für die Einreise mit einem Fahrzeug ausstellen und auch die geplante Gebühr erheben. Deren Höhe steht noch nicht fest und soll nach Inkrafttreten des Gesetzes in einer eigenen Abgabensatzung geregelt werden.
Reedereien fordern ausgewogene Lösung
Vertreter aller drei Unternehmen räumten bei der Unterzeichnung ein, dass Mallorcas Straßennetz stark überlastet sei und dies dem Reiseziel schade. Gleichzeitig warnten sie davor, allein die Zahl der ankommenden Fahrzeuge zu betrachten. Entscheidend sei vielmehr das Verhältnis von Ein- und Ausfahrten.
Baleària-Präsident Adolfo Utor zeigte sich zufrieden mit dem Abkommen und sagte dem Inselrat umfassende Unterstützung zu. Auch die Reedereien hätten ein „logisches und legitimes Interesse“ daran, die Qualität des Reiseziels zu erhalten. „Ein Reiseziel muss sowohl für Besucher als auch für seine Einwohner gut sein“, sagte Utor.
Er räumte ein, dass sich die künftigen Beschränkungen wirtschaftlich negativ auf die Reedereien auswirken dürften. Dennoch seien die Unternehmen bereit, an Lösungen mitzuwirken. Baleària habe bereits Erfahrungen mit den Regelungen auf Ibiza und Formentera gesammelt. Bis zum 30. Juni sei die Zahl der Fahrzeuge von Nichtresidenten dort um zwölf Prozent gesunken, wobei neben den Beschränkungen auch andere Nachfragefaktoren eine Rolle gespielt hätten.
Inseln nicht abschotten
Trasmed-Vertreter Miguel Pardo betonte, jede Maßnahme müsse sich auf belastbare Daten stützen. „Jede Maßnahme, die das Problem nicht löst, ist nur ein Ablenkungsmanöver“, sagte er. Die Regelung müsse zudem die gesamte Inselgruppe berücksichtigen. „Wir können nicht nur an Mallorca denken und auch nicht davon ausgehen, dass ein Menorquiner nicht nach Mallorca kommen darf.“ Das Gesetz dürfe keine Insel vom Rest der Balearen abschotten.
Auch GNV-Spanien-Chef Matteo Candía erkannte ein Mobilitätsproblem an und bot die Zusammenarbeit seines Unternehmens an. Vorrangig seien die Vermeidung von Staus, die Sicherung des Verkehrs zwischen den Inseln und die Mobilität von Saisonarbeitern. Dafür müsse ein Gleichgewicht gefunden werden, das die Überlastung verringere, ohne den Fährverkehr unnötig einzuschränken.
Abonnieren, um zu lesen
- Dramatischer Vorfall in Palma: Mann springt von Hochhaus und fällt auf Gäste einer Caféterrasse
- Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez: Wie der Mallorca-Muffel hier früher Herzen brach
- Gleich zwei Waldbrände auf Mallorca - zwischenzeitlich auch Menschen in Gefahr
- Weil mitten im Sommer die Strandliegen fehlen: Balearen-Regierung feuert oberste Küstenchefin
- Nach Palma jetzt Sóller: Erneut großer Protest gegen Massentourismus auf Mallorca
- Angst vor Chaos zur Sonnenfinsternis auf Mallorca: Warum ab Montag (10.8.) auch Soldaten zum Einsatz kommen
- Nach Überfall mit Pistole: Wie die Polizei Lübeck einem Mallorca-Urlauber half, sein Portemonnaie an der Playa de Palma zurückzubekommen
- Zahl der Kontrollen von Autos mit ausländischen Kennzeichen spürbar erhöht': Veranstalter streicht Oldtimertreffen Mallorca Car Week