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Urlauber können aufatmen: Swissport-Streik am Flughafen Mallorca beendet

Gewerkschaft und Arbeitgeber trafen eine Vereinbarung am Freitag

Ein Mitarbeiter von Swissport bei der Arbeit

Ein Mitarbeiter von Swissport bei der Arbeit / Oliver Roesler

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J.F. Mestre

J.F. Mestre

Der seit vier Streiktagen andauernde Arbeitskampf beim Bodenabfertiger Swissport am Flughafen Mallorca ist vorerst beendet. Die Gewerkschaft Comisiones Obreras und das Unternehmen haben sich am Freitag (14.8.) bei einem Treffen vor dem balearischen Schlichtungsgericht Tamib auf eine Vereinbarung verständigt. Damit werden der Streik und die für die kommenden Tage geplanten Protestaktionen ausgesetzt.

Nach Angaben der Gewerkschaft ist die Einigung das Ergebnis wochenlanger Forderungen, Proteste und Verhandlungen. Wesentliche Anliegen der Belegschaft seien von Swissport akzeptiert worden. Die Gewerkschaft wertet die Vereinbarung entsprechend positiv und führt sie vor allem auf die Geschlossenheit der Beschäftigten und den Druck der Streikmaßnahmen zurück.

Bessere Organisation gefordert

Zu den wichtigsten Zusagen zählt eine Ausweitung der Arbeitszeiten „bis zum maximal möglichen Umfang“. Hintergrund ist die starke Saisonabhängigkeit des Geschäfts auf Mallorca: Gerade während der Sommermonate steigt der Personalbedarf am Flughafen erheblich. Nach Vorstellung der Gewerkschaft sollen Beschäftigte dadurch mehr Möglichkeiten erhalten, ihre Arbeitszeit aufzustocken. Gleichzeitig sollen Saisonplanung, Dienstpläne und freie Tage besser organisiert werden.

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Bezahlung. Swissport hat zugesagt, die Gehaltstabellen und wirtschaftlichen Bedingungen daraufhin zu überprüfen, ob sie dem Branchentarifvertrag für Bodenabfertigungsdienste entsprechen. Kein Beschäftigter soll demnach weniger erhalten, als ihm laut Tarifvertrag zusteht. Dazu gehört nach Angaben der Gewerkschaft auch die entsprechende Anpassung an die Inflation für 2026.

Ebenfalls überprüft werden soll die Situation jener Mitarbeiter, die nach einem Betreiberwechsel von Groundforce übernommen worden waren. Dabei soll geklärt werden, ob sich aus den beim Übergang garantierten Bedingungen finanzielle Unterschiede ergeben haben und ob Nachzahlungen beziehungsweise weitere Anpassungen notwendig sind.

Noch nicht abgeschlossen sind die Verhandlungen über zusätzliche Zulagen. Die Gewerkschaft nennt dabei unter anderem den seit Langem geforderten Multifunktionszuschlag für Beschäftigte im Passagierbereich. Gewerkschaft und Unternehmen wollen diese und weitere Verbesserungen in den kommenden Gesprächen prüfen.

Streit zwischen Comisiones Obreras und UGT

Der Konflikt bei Swissport war zuletzt auch von unterschiedlichen Positionen der beiden Gewerkschaften Comisiones Obreras und UGT geprägt. UGT hatte bereits am 31. Juli eine Vereinbarung mit dem Unternehmen unterzeichnet und daraufhin ihre Beteiligung am Arbeitskampf beendet. Unter anderem waren eine Ausweitung von Teilzeitverträgen auf bis zu 40 Wochenstunden, ein monatlicher Zuschlag von 85 Euro wegen der hohen Arbeitsbelastung im Juli, August und September sowie zwei aufeinanderfolgende freie Tage für Schichtarbeiter vereinbart worden.

Comisiones Obreras hielt diese Vereinbarung dagegen für unzureichend und setzte den Streik fort. Noch Anfang August lagen die Positionen weit auseinander. Nach einem Treffen mit dem Unternehmen am 6. August beklagte die Gewerkschaft, Swissport habe weiterhin keine „realen wirtschaftlichen Vorschläge“ gemacht. Nach Angaben von Comisiones Obreras verdienten Beschäftigte des Unternehmens in Palma teilweise zwischen 400 und 600 Euro im Monat weniger als Mitarbeiter anderer Bodenabfertiger, die unmittelbar nach dem Branchentarifvertrag bezahlt würden. Auch bei der geforderten Inflationsanpassung, bei Zulagen und der Aufstockung von Arbeitsverträgen habe damals keine Einigung bestanden.

Ursprünglich hatte Comisiones Obreras Teilstreiks für den 28. Juli sowie den 1., 4. und 8. August angesetzt. Die Arbeitsniederlegungen fanden jeweils von 7 bis 12 Uhr sowie von 19 bis 22 Uhr statt. Zu den Forderungen gehörten neben besseren Löhnen und mehr Arbeitsstunden auch ausreichend Personal, Verbesserungen beim Arbeitsschutz und eine konsequente Anwendung des Tarifvertrags.

Swissport übernimmt am Flughafen von Palma die Bodenabfertigung für mehrere internationale Fluggesellschaften, darunter Condor, Sunclass, die TUI-Gruppe, Air Canada und TAP Air Portugal. Wegen der in Spanien vorgeschriebenen Mindestdienste blieben größere Auswirkungen auf den Flugverkehr während der bisherigen Streiktage allerdings begrenzt.

Für Comisiones Obreras ist die jetzt erzielte Vereinbarung dennoch nur ein Etappenerfolg. Nun müsse sich zeigen, ob die zugesagten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt würden. Nach vier Streiktagen und angesichts weiterer angekündigter Proteste habe sich das Unternehmen schließlich bewegt und konkrete Verpflichtungen zu zentralen Forderungen übernommen, so die Arbeitnehmervertretung. Der nächste Schritt bestehe darin, darüber zu wachen, „dass das Unterschriebene auch eingehalten wird“.

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