Tödliche Verkehrsunfälle nehmen auf Mallorca stark zu
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen um 40 Prozent angestiegen

Der bislang letzte tödliche Unfall auf Mallorca. / DM
Ein schwerer Motorradunfall vom 23. August, bei dem ein 30-Jähriger ums Leben kam, rückt die Verkehrssicherheit auf den Balearen erneut in den Fokus. Der Mann war gemeinsam mit einem weiteren jungen Mann auf einem Motorroller unterwegs, als das Fahrzeug in der Carrer Cardenal Rossell in Palma von der Fahrbahn abkam und gegen eine Metallleitplanke prallte.
Nach den jüngsten vorläufigen Zahlen der spanischen Verkehrsbehörde DGT, die den Stand vom 23. August wiedergeben, sind in diesem Jahr bereits 21 Menschen auf den Überlandstraßen der Balearen ums Leben gekommen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 15. Damit gab es sechs Verkehrstote mehr als 2025, was einem Anstieg um 40 Prozent entspricht.
Damit entwickeln sich die Zahlen auf den Balearen entgegen dem landesweiten Trend. In ganz Spanien sank die Zahl der Verkehrstoten nach derselben DGT-Statistik bis zum 23. August von 717 auf 702, ein Rückgang um zwei Prozent. Auch die Zahl der tödlichen Unfälle ging zurück – von 654 auf 643.
Unterschiedliche Zählweisen
Die offiziellen Zahlen der Verkehrsbehörde erfassen allerdings nicht zwangsläufig alle Todesfälle im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen auf den Balearen. Die für den Vergleich herangezogene Statistik berücksichtigt ausschließlich Unfälle auf Überlandstraßen sowie Todesfälle innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall.
Eine Auswertung der seit Jahresbeginn bekannt gewordenen Fälle seitens der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" ergibt deshalb ein umfassenderes Bild: Bis zum 23. August kamen auf den Balearen 26 Menschen bei Unfällen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr ums Leben. Darin enthalten sind auch Unfälle innerhalb geschlossener Ortschaften sowie Fälle, die aufgrund ihrer Umstände oder des späteren Todeszeitpunkts nicht unter die Kriterien der DGT fallen.
Das Jahr begann ohne Verkehrstote
Im Januar wurde zunächst kein Todesopfer registriert. Das änderte sich im Februar, als drei Menschen ums Leben kamen. Unter ihnen war ein 50 Jahre alter spanischer Radfahrer, der am 7. Februar auf der alten Landstraße nach Inca von einem Auto erfasst wurde und starb.

Zu dem Unfall kam es am 19. April. / DM
Am 25. Februar kam zudem eine 75-jährige Frau bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos auf der Straße nach Andratx ums Leben. Der Unfall ereignete sich auf Höhe der Einfahrt zum Tunnel von Peguera. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt.
Auch im März starben drei Menschen. Zwei der tödlichen Unfälle ereigneten sich am 21. März: Ein 38 Jahre alter Motorradfahrer kam nach dem Zusammenstoß mit einem Auto in der Carrer Indalecio Prieto in Palma ums Leben.
Außerdem starb ein sechs Jahre alter Junge, nachdem er auf einem Grundstück in Montuïri von einem rückwärtsfahrenden Fahrzeug erfasst worden war. Einen Tag später starb ein 58-jähriger Motorradfahrer in Palma, nachdem er die Kontrolle über seine Maschine verloren hatte und gegen einen Pfosten geprallt war.
Die Unfallserie setzte sich im Frühjahr fort. Im April starb ein 44 Jahre alter Motorradfahrer, nachdem er auf der Straße von Sóller nach Port de Sóller von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Oberleitungsmast der Straßenbahn geprallt war.
Außerdem kam ein 65-jähriger niederländischer Radfahrer auf der Straße nach Muro ums Leben, nachdem er im Gemeindegebiet von Llubí von einem Auto erfasst worden war. Auf Ibiza starb zudem ein 70 Jahre alter Mann, als der von ihm gefahrene Traktor auf einem Feldweg in der Gemeinde Sant Antoni umkippte.
Der Mai war mit fünf Todesopfern laut der Auswertung einer der bislang folgenschwersten Monate des Jahres. Im Juni kamen zwei weitere Menschen ums Leben.
Im Juli verschärfte sich die Situation erneut: Sechs Todesopfer wurden registriert. Einer der schwersten Unfälle ereignete sich am 22. Juli auf Formentera. Zwei etwa 25 Jahre alte junge Menschen starben, nachdem ihr Motorrad auf der Straße zwischen La Savina und Es Pujols mit einem Taxi zusammengestoßen war.
Drei Tage zuvor war ein 55 Jahre alter schwedischer Fußgänger auf der Straße von Capdepera nach Cala Mesquida überfahren worden. Nach den vorliegenden Informationen verließ der Fahrer zunächst den Unfallort, kehrte später jedoch zurück. Ein Alkoholtest fiel positiv aus.
Im August kamen bis zum 23. des Monats vier weitere Menschen ums Leben. Am 4. August starb ein junger Mann, nachdem er am Taxistand des Flughafens von Maó von einem Taxi überrollt worden war.

Motorradfahrer sind oft betroffen. / DM
Am 8. August wurde ein 49 Jahre alter Radfahrer tot aufgefunden, der während einer Tour in der Umgebung von Ciutadella als vermisst gemeldet worden war. Die genaue Todesursache war zunächst unklar. Am 18. August starb zudem ein 35 Jahre alter Motorradfahrer beim Zusammenstoß mit einem Auto auf einer Straße in Sant Josep auf Ibiza.
Das bislang jüngste Todesopfer ist der 30-Jährige, der bei dem Unfall vom 23. August ums Leben kam. Der Motorroller, auf dem zwei junge Männer unterwegs waren, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen eine Metallleitplanke. Der 30-Jährige starb, sein 25 Jahre alter Begleiter wurde schwer verletzt.
- Es ist einfach zu heiß: Immer mehr deutsche Touristen brechen Urlaub auf Mallorca ab
- Die Hitze vor dem nassen Wetterumschwung: Auf Mallorca ist Abkühlung in Sicht
- Neue Flagge auf Mallorca: Dieses Zeichen sollten Badegäste jetzt kennen
- 80.000-Euro-Uhr vom Handgelenk gerissen – Deutscher bittet auf Mallorca um Hilfe und lobt vierstelligen Finderlohn aus
- Jetzt kann es schnell gehen: Zweitwagen-Verbot für Zweithausbesitzer auf Mallorca wird diese Woche debattiert
- Das große Schwitzen hat bald ein Ende: Der Hochsommer auf Mallorca ist wohl endgültig vorbei
- Massenkarambolage auf Mallorca: Unfallfahrer stand kurz vor Alkoholkoma und hatte keine Fahrerlaubnis
- Deutscher Möbelverleih zieht in die Motorworld Mallorca ein