Landwirte im Sóller-Tal bewässern mit verschmutztem Wasser

Eine Wasserprobe bestätigt: Die Verunreinigung durch Kolibakterien übersteigt den Richtwert ums 33-Fache

Wissenschaftler analysieren das Wasser auf den Feldern im Sóller-Tal.

Wissenschaftler analysieren das Wasser auf den Feldern im Sóller-Tal. / J. M. / DM

Rosa Ferriol, Joan Mora

Das von der Kläranlage aufbereitete Wasser, mit dem die Landwirte im Sóller-Tal auf Mallorca ihre Pflanzen - insbesondere die Orangen und Zitronenbäume bewässern, entspricht bei Weitem nicht den Hygiene-Vorschriften. Das hat nun eine Analyse des Wassers ergeben. Die Landwirte hatten dies schon länger befürchtet und die Wasserproben bei der Balearen-Regierung in Auftrag gegeben. Das von der Kläranlage gelieferte Wasser stinke, sei trüb und bilde viel Schaum hatten die Bauern beklagt.

Eine Wasseranalyse bestätigte die Befürchtungen. Insbesondere die Verunreinigung durch Kolibakterien sei deutlich 33 Mal höher als der Richtwert, was auf eine Verunreinigung mit Fäkalien hinweise, warnte der für Landwirtschaft zuständige Stadtrat der Gemeinde Sóller Sebastià Aguiló. Die Wasserqualität sei "viel schlechter als befürchtet". Es entspreche "nicht den Vorschriften". Daher verlange er dringend ein Treffen mit der für die Wasserqualität zuständige balearische Behörde Instituto Balear de Qualitat de l’Aigua (Abaqua).

Betroffen ist das Wasser zur Bewässerung, nicht das Leitungswasser. Die Landwirte des Sóller-Tals erhalten nach einem vor Jahren geschlossenen Vertrag das Wasser zur Bewässerung der Zitrushaine von der Kläranlage. In einem Rohr gelangt es zu einem zentralen Becken. Von dort aus wird es in kleineren Leitungen zu den Feldern geleitet. /tg