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Mallorca Zeitung

"Sasha I": Spanien beschlagnahmt die nächste russische Yacht auf Mallorca

Das Schiff gehört dem Duma-Abgeordneten Wladimir Reznik. Er besitzt noch weitere Vermögenswerte auf der Insel

Die "Sasha I" im Hafen von Palma de Mallorca. DM

Spanien hat eine weitere russische Yacht auf Mallorca festgesetzt. Es handelt sich um die 24 Meter lange "Sasha I", die dem Duma-Abgeordneten Wladimir Reznik gehören soll. Sie liegt im Club de Mar im Hafen von Palma in der Nähe von Porto Pi.

Die "Sasha I" ist nicht der einzige Vermögenswert Rezniks auf der Insel. Er soll unter anderem auch drei Immobilien, ein Grundstück in El Toro in der Gemeinde Calvià und drei Autos auf Mallorca besitzen. Zudem ist er Teilhaber der Hafenbetreibergesellschaft Marina Porto Pi S.A. Bislang ist nicht bekannt, ob auch die anderen Besitztümer des Politikers auf der Insel von der Beschlagnahmung betroffen sind.

Teil einer Mafia, der unter anderem Geldwäsche vorgeworfen wurde

Reznik hat eine lange Vorgeschichte mit der spanischen Justiz: Ihm wurde vorgeworfen, Teil einer Mafia gewesen zu sein, der neben zahlreichen anderen Verbrechen Geldwäsche vorgeworfen wurde. Mehrere Mitglieder der Bande, die von Gennadius Petrov angeführt wurde, waren 2008 im Rahmen der "Operation Troika" auf Mallorca festgenommen worden. Zehn Jahre später wurden die 17 Angeklagten vom Nationalen Gerichtshof in Madrid freigesprochen worden.

Der Verkauf der "Sasha I" von Petrov an Reznik im Jahr 2005 war Teil der Ermittlungen. Die Richter sahen es letztendlich nicht als erwiesen an, dass die Herkunft der Gelder irregulär sei. Reznik und Petrov pflegten enge Kontakte, besaßen sogar benachbarte Grundstücke in der Siedlung Sol de Mallorca im Südwesten der Insel.

Bereits die fünfte beschlagnahmte Yacht

Die Sasha I ist bereits die fünfte Yacht, die von den spanischen Behörden seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine beschlagnahmt wird. Auf Mallorca wurden die "Tango" des Aluminium-Magnaten Viktor Wekselberg und die "Lady Anastasia" des Rüstungsherstellers Alexander Mikheev festgesetzt. Im katalanischen Tarragona darf die "Crescent" vom Geschäftsführer des Ölproduzenten Rosneft, Igor Sechin, den Hafen nicht verlassen. Die "Valerie" des russischen Industriemagnaten Sergey Chemezov steckt im Hafen von Barcelona fest.

Im Vergleich zu diesen üppigen Yachten, die unter der Flagge von karibischen oder südpazifischen Steueroasen fahren, ist die "Sasha I" ein überaus bescheidenes Schiff. Sie bietet Platz für acht Passagiere und fährt unter spanischer Flagge. /pss

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