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Mallorca Zeitung

Mallorca in Zahlen: Das müssen Sie über den Osten der Insel wissen

Neun Gemeinden mit Zugang zur Küste, überaus beliebte Urlaubsorte und mit Manacor die zweitgrößte Stadt auf Mallorca: Was der Osten der Insel alles zu bieten hat

Am Strand von Cala Millor. DM

Der Osten Mallorcas besteht, von Norden nach Süden betrachtet, aus neun Küstengemeinden: Santa Margalida, Artà, Capdepera, Son Servera, Sant Llorenç, Manacor, Felanitx, Santanyí und Ses Salines. Die weitaus größte davon ist mit 259 Quadratkilometern Manacor, deren gleichnamiger Verwaltungssitz zugleich auch die zweitgrößte Stadt Mallorcas ist. Die nächst größeren Gemeinden sind Felanitx (170 Quadratkilometer), Artà (140 Quadratkilometer) und Santanyí (124 Quadratkilometer).

Landschaft

Der Osten der Insel wird von den Serres de Llevant durchzogen, dem kleineren Gegenpart zur Serra de Tramuntana im Westen und Norden der Insel. Der Mittelgebirgszug besteht aus dem Bergland von Artà (Serra Artana oder auch Massís d’Artà genannt), dem Gebirge von Calicant (Serra de Calicant) in den Gemeinden Sant Llorenç und Son Servera, dem Bergland von Manacor und Felanitx sowie einigen einzelnen Erhebungen. Richtung Süden reichen die Ausläufer bis zur sogenannten Marina de Santanyí. Die meisten dieser Berge sind zwischen 300 und 400 Meter hoch, höchster Gipfel ist mit 561 Metern der Sa Talaia Freda.

Bevölkerung

Die Dörfer und Verwaltungszentren befinden sich eher im Inneren, die über die Jahrzehnte gewachsenen und teilweise mittlerweile größeren Urlaubsorte hingegen an der Küste – das gilt für den gesamten Osten der Insel. Entsprechend sind auch die Ausländeranteile in den Ortschaften an der Küste höher als in den historisch gewachsenen Gemeindezentren. Das kann auch zu neuen politischen Konstrukten führen: So teilen sich Sant Llorenç des Cardassar, Son Servera und Manacor in einem Konsortium die Vermarktung und teilweise auch Verwaltung von Cala Millor, deren Strände sich über alle drei Gemeindegebiete erstrecken.

Manacor hatte zum Jahresende 2021 44.809 im Rathaus gemeldete Einwohner, die jedoch zu 70 Prozent im Stadtgebiet leben. Nächstgrößere Gemeindeteile sind laut Statistikinstitut Ibestat die Küstenorte Porto Cristo (8.613 Einwohner) und S’Illot-Cala Morlanda (2.152). Cales de Mallorca überspringt mit 1.009 Einwohner noch knapp die Tausendermarke, während Son Macià, Cala Agulla-Cala Mendia, Cala Murada und s’Estany de Mas darunterliegen. Der Ausländeranteil beträgt 20,9 Prozent, gemeldet sind auch 609 Deutsche.

In Felanitx (18.164 Einwohner) beträgt der Ausländeranteil 22,6 Prozent. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Ort (58 Prozent, 10.044 Menschen), dahinter folgt der Küstenort Portocolom (4.595 Einwohner). Mit 421 gemeldeten Einwohnern sind die Deutschen die größte europäische Ausländergruppe. Größte Ausländergruppe sowohl in Manacor als auch in Felanitx sind die Marokkaner.

Santanyí hat 12.342 gemeldete Einwohner. 758 von ihnen sind Deutsche, das macht mit 6,1 Prozent einen der höchsten Anteile inselweit aus. Ebenfalls sehr präsent sind die Deutschen in Capdepera (insgesamt 12.003 Einwohner, davon 6.601 in Cala Ratjada und 374 in Canyamel, insgesamt 695 Deutsche), Santa Margalida (12.767 Einwohner, 664 davon in Son Serra de Marina, 418 Deutsche) und Sant Llorenç des Cardassar (8.920 Einwohner, davon 2.587 in Sa Coma und 1.155 in Son Carrió, 496 gemeldete Deutsche).

Einkommen

Die wohlhabendste der neun Küstengemeinden ist mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 20.678 Euro Artà, gefolgt von Santanyí (18.521 Euro; Daten von 2019). An dritter Stelle steht laut dem Statistikinstitut Ses Salines (18.432 Euro), es folgt Capdepera (17.992 Euro). Unter dem mallorquinischen Schnitt von 17.101 Euro liegen Sant Llorenç (16.968 Euro) Felanitx (16.882 Euro) und Son Servera (16.335 Euro). Santa Margalida (15.954 Euro) und Manacor (15.834 Euro) bilden das Schlusslicht.

Auch wenn man den Besitz von Autos als – nicht unproblematischen – Wohlstandsindikator nimmt, liegt Santanyí mit 855,53 Autos pro 1.000 Einwohner vorn, gefolgt von Capdepera (748,31) und Ses Salines (731,14).

Investitionen

Santanyí tätigte die mit Abstand höchsten Investitionen aus dem Gemeindehaushalt: 1.689 Euro pro Einwohner im Jahr 2017 (Artà: 1.614 Euro). Am anderen Ende der Gemeindeausgaben pro Einwohner stehen Felanitx (986 Euro) und Manacor (939 Euro).

Arbeitsmarkt

Die meisten Arbeitslosen gab es im April 2022 wenig überraschend in Manacor: 1.769 Männer und Frauen waren ohne Job. In Felanitx waren es 583 Arbeitslose; Santanyí meldete zum selben Zeitpunkt 308 Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenzahlen stiegen insgesamt nur minimal im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie an.

Tourismus

Die meisten Gästebetten im Angebot hat nicht Capdepera mit der Urlaubshochburg Cala Ratjada (19.396 im Jahr 2020), sondern Sant Llorenç de Cardassar mit Cala Millor (26.238). Gut dabei sind auch Santanyí (16.807 Gästebetten), Manacor mit Cales de Mallorca (15.708) und Santa Margalida mit Can Picafort (13.520). Schlusslicht ist Artà: Zumindest 2020 gab es dort gerade mal 427 Übernachtungsmöglichkeiten.

Besonders viele Deutsche urlauben in Can Picafort (Gemeinde Santa Margalida). Hier ist der prozentuale Anteil der Deutschen an den Urlaubern am höchsten (63,7 Prozent). Auch in Capdepera/Cala Ratjada (59,1 Prozent) und Sant Llorenç/Cala Millor/Sa Coma (51,2 Prozent) ist an der Strandpromenade überwiegend Deutsch zu hören. Trotz der hohen Anzahl an gemeldeten Deutschen fällt der Anteil der alemanes unter den Urlaubern in der Gemeinde Santanyí mit 18,4 Prozent geringer aus.

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