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Nadelattacken auf Mallorca und Ibiza: Keine Betäubungsmittel bei Blutanalysen entdeckt

Die Polizei verspricht erhöhte Wachsamkeit, will aber Panik in der Bevölkerung vermeiden

Tatort Club: Was hat es mit den Nadelattacken auf sich? DM

Der Fall um die Nadelattacken in spanischen Clubs und Diskotheken wird immer mysteriöser: Laut Polizei sind bei keiner der bislang gestochenen Personen Betäubungsmittel im Blut gefunden worden. Die entsprechenden Analysen seien alle negativ. Das berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

Nachdem zunächst sechs Fälle von Frauen bekannt geworden waren, die in Clubs auf Mallorca und Ibiza von Fremden mit einer Spritze attackiert worden waren, brachte nach dem vergangenen Wochenende ein Mann ein solches Vergehen zur Anzeige. Der junge Spanier gab an, in einem Lokal an der Playa de Palma mit einer Spritze gestochen worden zu sein. Zunächst maß er dem Stich keine weitere Bedeutung zu, einige Stunden später schlief er aber plötzlich ein und wurde beklaut.

Keine Panik in der Bevölkerung auslösen

Ermittler und Politik stehen nun vor der Herausforderung, Licht ins Dunkel dieser merkwürdigen Fälle zu bringen, gleichzeitig aber keine Panik in der Bevölkerung auszulösen. So erklärten die Ermittler, dass die Berichte über die Nadelattacken auf dem Festland bereits zu fiesen Späßen geführt hatten. So soll ein junger Mann Frauen in Clubs mit einem Zahnstocher ins Bein gepiekst haben.

Zudem stellt sich für die Sicherheitskräfte die Frage, wie Betäubungsmittel scheinbar beiläufig verabreicht werden können. Denn es reicht nicht nur der Stich, der Inhalt der Spritze müsse injiziert werden. Dafür seien schon mal Sekunden nötig.

Polizei untersucht alle Verdachtsfälle

Von Seiten der Polizei heißt es, dass man die Situation aufmerksam beobachte und jeden Verdachtsfall untersuche. Auch die Betreiber der Clubs erklärten, ihr Sicherheitspersonal für die Problematik zu sensibilisieren.

Die balearische Präsidialamtsministerin Pilar Costa sagte derweil, man werde die Täter mit aller Härte des Gesetzes verfolgen. Zudem forderte sie alle Frauen auf, sich im Verdachtsfall in ein Krankenhaus zu begeben - sowohl wenn sie gepiekst würden als auch wenn die Sorge besteht, man habe ihnen etwas ins Getränk gemixt. Die Gesundheitszentren sollten nicht aufgesucht werden, da sie nicht über die Infrastruktur verfügten, um Analysen durchzuführen. /pss

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