Seit Jahren will die balearische Landesregierung Sozialwohnungen auf dem Gelände der alten Kaserne Son Busquets in Palma de Mallorca errichten. Und seit Jahren legen rechtliche Hindernisse dem Vorhaben Steine in den Weg. Jetzt hat der balearische Wohnungsminister Josep Marí bei einem Treffen in Madrid erwirkt, dass das Areal an der Carretera Valldemossa tatsächlich städtebaulich weiterentwickelt werden darf. Der Plan, bis zu 900 öffentlich vermietete Wohneinheiten zu schaffen, wird damit deutlich realistischer.

Konkret sieht das neue Protokoll, das jetzt sowohl Marí als auch die zentralspanische Wohnungsministerin Margarita Robles unterschrieben haben, vor, dass auf der rund 110.000 Quadratmeter großen Fläche auch kleine Läden, Handwerksbetriebe oder Coworking-Büros entstehen können, mindestens die Hälfte der mehr als 800 geplanten Einheiten sollen jedoch dem sozialen Wohnen vorbehalten sein. 21.000 Quadratmeter sollen zu öffentlichen Plätzen oder Begegnungsstätten wie einem Kulturzentrum, Sportanlagen und einem Kindergarten umfunktioniert werden. Bei den Bauvorhaben soll - wie von Denkmalschützern gefordert - darauf geachtet werden, die Architektur der bestehenden Gebäude so gut wie möglich zu respektieren. Mitentscheiden dürfen auch künftig die zentralspanische Regierung, die balearische Landesregierung sowie das Rathaus von Palma de Mallorca.

Son Busquets ist eine alte spanische Militärkaserne, die in den 1950er Jahren errichtet wurde. Seit der Räumung im Jahr 2001 liegen das Gelände und die darauf bestehenden Soldatenunterkünfte brach. Das Militär ließ das Areal aber weiterhin bewachen, sodass es von Vandalismus weitgehend bewahrt blieb. /somo