Prozess gegen Megapark-Besitzer Cursach auf Mallorca: Sohn von Drogenbaronin La Paca belastet Polizisten
Bei der Aussage von El Ico ging es um eine Diskothek, die er in Palmas Stadtteil Gomila betrieb

El Ico auf einem Archivbild von 2016. / B. Ramon
Marcos Ollés
Am Freitag (4.11.) hat ein prominenter Zeuge im Prozess gegen den Nachtclub-Unternehmer und Megapark-Besitzer Bartolomé Cursach auf Mallorca ausgesagt: Francisco Tomás Fernández Cortés, besser bekannt als El Ico, ist der Sohn der Drogenbaronin La Paca. Der verurteilte Drogendealer sitzt derzeit eine Haftstrafe auf dem Festland ab und wurde per Videokonferenz zugeschaltet.
Der Staatsanwaltschaft ging es bei der Befragung darum, die Umstände der vorübergehenden Schließung der Diskothek Cavalli zu klären, die El Ico in Palmas Stadtteil Gomila betrieb. Die Sondereinheit Patrulla Verde hatte den Laden wegen Ruhestörung im Schnellverfahren an einem Wochenende dichtgemacht. Die Anklage betrachtet diesen Vorgang als strafbar.
Zeuge bezeichnet sich als Opfer eines Betrugs
El Ico stellte sich bei seiner Aussage als Opfer eines Betrugs dar. Ein Polizeibeamter habe ihm das Lokal vermietet, ohne ihn darüber zu informieren, dass es von einer Schließung bedroht war, da Lärmschutzauflagen nicht erfüllt wurden.
Die Patrulla Verde habe daraufhin bei einem Anwohner ein Lärmschutzgerät installiert und kurz darauf die Diskothek schließen lassen. Er sei daraufhin zur Stadtverwaltung gegangen, wo er 5.000 Euro bezahlte. "Ich weiß nicht, ob ich durch die Zahlung die Lizenz zum Öffnen bekommen habe", erklärte er. "Aber die Sperrbänder wurden entfernt und man sagte mir, ich dürfe wieder öffnen."
Einer der Verteidiger hakte nach: "Sie wussten, dass Sie gegen die Lärmschutzbestimmungen verstießen?" Woraufhin El Ico antwortete: "Ich habe mein ganzes Leben nur Drogen verkauft. Ich weiß es nicht. Manchmal vergesse ich Dinge und manchmal nicht."
El Ico will von Polizisten gegängelt worden sein
Der Zeuge erklärte zudem, er sei über einen längeren Zeitraum hinweg von drei der angeklagten Polizisten gegängelt worden. Die Beamten seien regelmäßig vorbeigekommen. Gegen ein Schutzgeld hätten sie ihm erlaubt, die Anzahl der zugelassenen Gäste zu überschreiten. "Wenn hundert Leute mehr als erlaubt hereinkamen, dann nahmen die Beamten den Eintritt von diesen hundert Gästen mit."
Gegen El Ico läuft derzeit ein Verfahren wegen Falschaussage während der Ermittlungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Zeugen in den vergangenen Tagen erklärte der Zeuge, er sei vom ehemaligen Ermittlungsrichter Manuel Penalva und dem ehemaligen Staatsanwalt Miguel Ángel Subirán nicht bedrängt worden, bestimmte Beschuldigte zu belasten.
Polizist berichtet von Unregelmäßigkeiten an der Playa de Palma
Neben dem Sohn von La Paca sagte am Freitag auch ein Beamter der Ortspolizei von Palma aus. Er erklärte, im Jahr 2006 seien in der Wache an der Playa de Palma sieben Ermittlungsakten gegen Lokale von Cursach plötzlich verschwunden. Der Zeuge erklärte, er habe den Vorfall mehrfach gegenüber den Vorgesetzten angebracht. Seines Wissens nach seien aber keinen internen Untersuchungen angestrengt worden.
Zudem gab er an, dass ihm im Ermittlungsprotokoll von Penalva und Subirán Aussagen zugeschrieben wurden, die er niemals getätigt hatte.
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