Bürgermeister rudert zurück: FKK-Verbot gilt doch nur an zwei Stränden auf Mallorca
Das neue Regelwerk der Gemeinde Ses Salines auf Mallorca sieht ähnlich hohe Strafen für Sex am Strand und das Verrichten der Notdurft im Wasser vor

Es Dolç ist einer der Strände auf Mallorca, an denen jetzt ein FKK-Verbot gilt. / PERE ANTONI RAMIS PONS
Joan Frau
Bis zu 750 Euro Strafe für Nacktbader: Die Gemeinde Ses Salines im Südosten Mallorcas hat an zwei ihrer zehn Strände ein FKK-Verbot ausgesprochen. Der Gemeinderat unter Vorsitz einer konservativen Koalition aus PP, el Pi und Ciudadanos hat schon im April die neue Strand-Verordnung beschlossen. Seit Dienstag (6.6.) ist sie nun in Kraft. Erst schien es, als gelte das FKK-Verbot an sämtlichen Stränden der Gemeinde, denn in der Verordnung steht keine Einschränkung. Doch nach erster Kritik kündigte PP-Bürgermeister Juan Rodríguez am Mittwoch direkt an, dass von Anfang an nur die Stadtstrände Es Port und Cala Galiota gemeint waren.
"Die Verordnung ist da missverständlich, wir dachten jedem ist klar, dass wir als Gemeinde kein FKK-Verbot an Naturstränden ausrufen können", sagte Rodríguez. Bei anderen Regelungen steht dagegen ganz klar in der Verordnung, dass nur die beiden Stadtstrände gemeint sind. Dass das Nacktbaden in Es Port und Cala Galiota verboten sind, verteidigte Rodríguez folgendermaßen: "Es sind Strände, auf die viele Familien mit Kindern gehen, genauso ältere Menschen, daher erscheint es mir angemessen diese Praktiken zu verbieten."
FKK-Baden als "geringfügiges Vergehen" eingestuft
Für die Stadtstrände ist das Baden ohne Kleidung als "geringfügiges Vergehen" eingestuft. Die gleichen Strafen wie fürs FKK-Baden gelten an sämtlichen Stränden von Ses Salines für Sex am Strand, die Nutzung von Seife an den Duschen und im Meer, das Bemalen des Strand-Mobiliars und das Verrichten der Notdurft am Strand oder im Wasser.
Zusätzlich zu den allgemeinen Vorgaben, sieht die neue Verordnung ein Rauchverbot für die Strände Es Port und Cala Galiota vor. Bei den übrigen Stränden müssen Raucher irgendeine Form von Aschenbecher dabeihaben.
Keine Tiere am Strand
Ein schwerwiegendes Vergehen wiederum ist das Mitbringen von Tieren. Vom 1. März bis 15. November ist das an sämtlichen Stränden verboten und wird mit bis zu 1.500 Euro bestraft. Für spezielle Fälle wie Blindenhunde gibt es allerdings Ausnahmeregelungen.
Das Rathaus sieht vor, die Einhaltung der neuen Strandverordnung zu kontrollieren und entsprechende Vergehen von Anfang an zu bestrafen.
Tatsächlich ist das Nacktbaden in ganz Spanien seit 1989 erlaubt. Nacktheit wird außerdem vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als Recht auf freie Meinungsäußerung anerkannt. Trotzdem dürfen spanische Gemeinden selbst entscheiden, was auf ihren Stränden erlaubt ist.
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