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Büffeln in der Feuerwache: Warum Einsatzkräfte an ihren Sprachkenntnissen scheitern könnten

Dutzende Feuerwehrleute auf der Insel müssen zur Katalanisch-Prüfung. Ein Betroffener empfindet die Vorgaben als Diskriminierung

Katalanisch auf höherem Niveau wird für Berufsfeuerwehrkräfte verpflichtend gefordert. | FOTO: CONSELL MALLORCA

Katalanisch auf höherem Niveau wird für Berufsfeuerwehrkräfte verpflichtend gefordert. | FOTO: CONSELL MALLORCA / diana serbe

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Diana Serbe

Diana Serbe

Das war womöglich keine entspannte Weihnachtszeit für Feuerwehrleute auf Mallorca: Statt ruhiger Tage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel ist wohl für etliche Einsatzkräfte Büffeln angesagt: Der Inselrat verlangt von ihnen Katalanisch-Kenntnisse. Die Vorgaben gehen zurück auf eine frühere Linksregierung. Allen Ankündigungen der konservativen PP zum Trotz, dass die Regelung mit dem Regierungswechsel im Juli 2023 vom Tisch sei, hält der beim Inselrat nun zuständige Direktor für Notfallplanung, Joan Fornás Garcia, daran fest. Eine Bitte um Stellungnahme beim Inselrat blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Beamtenstatus brachte Änderung

Da der Status von Berufsfeuerwehrleuten im Zuge einer EU-Regulierung geändert wurde – von einfachen Angestellten werden sie zu Beamten (funcionarios) des öffentlichen Dienstes –, gelten für sie auch neue Regelungen. Die Pflicht zum Katalanisch-Test betrifft mindestens 40 der derzeit 270 tätigen Kräfte, wie aus amtlichen, im Internet veröffentlichten Dokumenten des Inselrats hervorgeht. Am 14. Dezember mussten die Brandbekämpfer bereits zu einem Test über Regeln und Arbeitsprozesse antreten. Am 20. Januar folgt dann der von vielen gefürchtete Sprachtest, der Abschluss eines vom Inselrat angebotenen Kurses. Vorgabe ist, in Katalanisch ein B2-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) zu erreichen, was eine eigenständige Verwendung der Sprache auch bei fachlichen Gesprächen sowie anspruchsvollen Wortschatz beinhaltet.

Berufserfahrung spielt nur bedingt eine Rolle

„Das ist eine Diskriminierung aller anderen hier tätigen Feuerwehrleute“, sagt Alejandro García (Name von Red. geändert) gegenüber der MZ. Er stammt aus Andalusien und spricht castellano, also Standardspanisch. „Ich bin schon fast 20 Jahre im Dienst, habe sehr viel Erfahrung und werde gezwungen, meine Fähigkeiten über meine Sprachkenntnisse zu definieren.“ Er habe den Eindruck, dass man die Stellen offenbar lieber mit Einheimischen besetzen wolle. Zwar verliere man ohne Nachweis der Katalanisch-Kenntnisse nicht seinen Job. Doch werde jemandem wie ihm mit höherem Dienstgrad der Aufstieg verwehrt. Zudem gehe es um einen jährlichen Mehrverdienst im unteren vierstelligen Bereich und eine höhere Rentenzahlung.

Besonders treffe die Regelung ältere Kollegen, die gar keine Energie mehr hätten, kurz vor Renteneintritt noch einmal die Schulbank zu drücken und eine Sprache zu lernen. Etliche würden zwar den Dialekt mallorquí beherrschen, hätten jedoch nicht fehlerfrei Katalanisch gelernt. Das Test-Prozedere sei sehr bürokratisch, eine Reihe von Dokumenten müsse vorgelegt werden. Wer keinen ausreichenden Schulabschluss habe (zehn Schuljahre), kann diesen zumindest durch zehn Jahre Berufserfahrung „ausgleichen“. Nicht einmal eine Rotation zwischen den Wachen der Insel sei möglich, kritisiert García.

Die Feuerwehr des Inselrats – Palma hat eigene Einheiten – wurde 1984 gegründet. In den acht Wachen gibt es je einen Wachtmeister. Zum Aufgabenfeld gehört neben Verkehrsunfällen auch die Rettung von Verunglückten in den Bergen oder in Sturzbächen. In Sóller und Inca arbeiten speziell dafür ausgebildete Bergrettungskräfte mit Hundestaffeln.

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