Angeblich Bio-Produkte: Polizei auf Mallorca deckt illegales Geschäft mit Lebensmitteln auf
Die Guardia Civil und die Gesundheitsbehörde haben den Aktivitäten in einem Privathaus zwischen Felanitx und Manacor einen Riegel vorgeschoben

Bild vom Einsatz der Polizei und dem Dienst für Lebensmittelsicherheit. / Guardia Civil
Inspektoren der Gesundheitsbehörde haben am Freitag (8.3.) zusammen mit Beamten des Naturschutzdienstes der Guardia Civil (Seprona) ein illegales Geschäft mit vermeintlichen Bio-Lebensmitteln auf Mallorca gestoppt, wie die Guardia Civil in einer Pressmitteilung bekanntgab. In einem Privathaus auf einem Grundstück zwischen Felanitx und Manacor wurden ohne entsprechende Genehmigung Events veranstaltet und als ökologisch angepriesene Produkte verkauft.
Der Dienst für Lebensmittelsicherheit hatte die Untersuchung eingeleitet, nachdem er erfahren hatte, dass das Unternehmen in verschiedenen Zeitschriften und sozialen Netzwerken mit "Slow Food" auf Mallorca für sich warb. Den Betreibern fehlen jedoch die entsprechenden behördlichen Genehmigungen, einschließlich der sanitären, so dass es keinerlei Kontrolle der Lebensmittelsicherheit unterliegt. Das Unternehmen produzierte und servierte regelmäßig Mahlzeiten, bereitete aber auch Speisen für private Veranstaltungen wie Hochzeiten zu.
Produkte ohne Kennzeichnung und illegale Vermarktung
Darüber hinaus bot es auf seiner Website Eier und Gemüsekonserven zum Verkauf an, die es als "biologisch aus eigener Produktion" anpries, obwohl es überhaupt keine Zertifizierung für ökologische Erzeugung besitzt. Alle Produkte wurden ohne die vorgeschriebene Lebensmittelkennzeichnung angeboten. Da die sie ohne jegliche Hygienekontrolle hergestellt wurden, gelten sie in den Augen der Inspektoren als nicht zum Verzehr geeignet.
Das Unternehmen bot auch andere lokale Produkte wie etwa Weine an, ohne eine Genehmigung für den Lebensmitteleinzelhandel zu besitzen. Zudem wurden die Dienstleistungen und Produkte illegal und ohne die gesetzlichen Vorschriften zu beachten über das Internet vermarktet. Informationen über die Speisekarte für Veranstaltungen, darüber, wo die Mahlzeiten serviert werden, oder ob das Essen Allergene oder Stoffe, die Unverträglichkeiten verursachen, enthalten kann, wurden erst nach dem Kauf der Produkte oder Dienstleistungen bereitgestellt.
Etiketten von Industrieware entfernt und als Bio verkauft
Nach den Ergebnissen der Kontrolle wird davon ausgegangen, dass die Verbraucher hier bewusst getäuscht wurden: Die Betreiber des Unternehmens sollen bei Produkten, die von industriellen Marken hergestellt und in großen Supermärkten verkauft werden, die Etiketten entfernt und dann als "hausgemachte" und biologische Lebensmittel wie Konserven, Wein oder Öl verkauft haben. Das Gesundheitsministerium erinnert die Verbraucher im Zuge dieses Vorfalls daran, dass es gefährlich ist, Lebensmittel zu kaufen, deren Herkunft unbekannt ist, und dass man sich vor Websites in Acht nehmen sollte, auf denen der Name des Unternehmens, der Standort und die Preise nicht angegeben sind.
Der Dienst für Lebensmittelsicherheit hat nun sämtliche Aktivitäten in dem Haus, von der Zubereitung von Gerichten bis zur Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln unterbunden. Außerdem wurden alle am Standort befindlichen Lebensmittel für den Verkauf gesperrt. Die Maßnahmen werden den anderen zuständigen Behörden mitgeteilt, damit diese die obligatorischen zusätzlichen Kontrollen in den Bereichen Steuern, Arbeit, Tierhaltung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz oder verschiedene Arten der zertifizierten Erzeugung, wie der ökologischen Erzeugung, in die Wege leiten können. /bro
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