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"Scheiß Alkohol" und "Einzelfälle": Das sind die Meinungen an der Playa de Palma zu den tödlichen Balkonstürzen deutscher Urlauber

Binnen zwei Wochen sind zwei Deutsche auf Mallorca in den Tod gestürzt

Archivfoto: Balconing im Hotel Bahamas in Llucmajor.

Archivfoto: Balconing im Hotel Bahamas in Llucmajor. / B. Ramon

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Zwei junge deutsche Mallorca-Urlauber haben binnen kurzer Zeit ihr Leben verloren, weil sie betrunken vom Hotelbalkon gestürzt sind. Ist das Balconing-Problem, das früher hauptsächlich in der britischen Urlauberhochburg Magaluf existierte, nun an die Playa de Palma weitergezogen? "Es sind Einzelfälle und hat mit dem klassischen Balconing nichts zu tun", meint Pedro Marin, Präsident des Hotelierverbands an der Playa de Palma.

Beim "klassischen Balconing" würde es sich laut Marin darum handeln, wenn die jungen Urlauber als Mutprobe vom Balkon in den Pool zu springen versuchen. "Hier war es nun einfach ein Unfall von einem armen, jungen Kerl. Natürlich müssen wir den Alkoholkonsum im Blick behalten. Wenn die Urlauber stockbesoffen sind, passieren eben solche Sachen", sagt der Hotelier und fordert mehr Polizeikontrollen an der Playa de Palma und eine strenge Umsetzung des neuen Alkoholverbots am sogenannten Ballermann.

Alkoholverbot am Ballermann wird noch nicht kontrolliert

Das ist zwar vor gut einer Woche nach der Veröffentlichung im balearischen Amtsblatt in Kraft getreten, wie die Ortspolizei der Mallorca Zeitung aber bestätigte, haben die Beamten bislang noch keine Anweisung bekommen, wie sie die neue Verordnung umsetzen sollen. "Als ich vorhin spazieren war, habe ich binnen einer Minute drei Gruppen gesehen, die auf der Straße Bier getrunken habe", sagt Beatrice Ciccardini, Wirtin der Kneipe "Zur Krone" am Balneario 6. "Scheiß Alkohol", sagt sie zu den Balkonstürzen. "Es ist so traurig. Erst ein 23-Jähriger, nun ein 21-Jähriger. "Ein ganzes Leben weg. So viel Leid und Schmerz für die Eltern und die Familie."

Unvorsichtige Menschen, die sich betrinken und dann im Alkoholrausch in Gefahr begeben, würde es immer geben, meint Sohel Abdoulkhanzadeh, der die Bar "Chucca" an der Playa betreibt. Das Balconing an der Playa de Palma habe es auch schon in den vergangenen Jahren gegeben. Die Wirte sieht er nicht in der Pflicht, die Betrunkenen zu belehren, nicht auf den Balkonen herumzuklettern.

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