Empörung und mögliche Bußgelder, weil Bars in Palma die öffentlichen Bänke für ihre Terrassen nutzen
Die Stadtverwaltung hat Verfahren gegen zwei Lokale am Passeig del Born eingeleitet, nachdem am Samstag (1.6.) ein Bild in sozialen Netzwerken für Furore gesorgt hatte

Auf diesem Bild vom Montag (3.6.) sind die Bänke am Passeig del Borne wieder für alle zugänglich. / B. Ramon
Wer seinem Ärger im Internet Luft macht, rechnet nicht unbedingt damit, tatsächlich etwas zu bewirken. Im Fall von Ramon Mayol hatte ein Post auf X (ehemals Twitter) nun allerdings Konsequenzen: Er teilte am Samstag (1.6.) ein Foto vom Passeig del Born in Palma, wo aktuell die Buchmesse Fira del Llibre stattfindet. Darauf ist zu sehen, wie Lokale einige Tische und Stühle direkt neben den öffentlichen Sitzbänken installiert haben, die den Gästen nun als Ablagemöglichkeit für Handtaschen und Einkaufstüten dienen. Mayols Kommentar dazu (sinngemäß): "Ich werde mich jetzt mal eine Runde am Passeig del Born auf die Bank setzen... Oh, sie haben es wieder getan!" Denn es ist nicht das erste Mal, dass die Bars am Born sich breiter machen, als sie dürften.
Der Post sorgte nicht nur am Wochenende für jede Menge Empörung bei den Einwohnern – deren Gemüter in vielen Fällen durch die aktuelle Debatte über den Massentourismus ohnehin schon erhitzt sind – sondern rief auch die Stadtverwaltung von Palma auf den Plan. Das Rathaus und die Ortspolizei haben nun Verfahren gegen zwei Bars auf der Flaniermeile wegen der unerlaubten Nutzung der Sitzgelegenheiten eingeleitet. Die beiden betroffenen Lokalegehören zum selben Unternehmen. Sollte sich die unrechtmäßige Besetzung des öffentlichen Raums bestätigen, kann dies Bußgelder nach sich ziehen.
Kritik auch von der Politik
Die linke Regionalpartei Més per Palma hat ihrerseits die unerlaubte Nutzung der öffentlichen Zonen des Born durch die Terrassen angeprangert. "Weniger als eine Woche nach der Pressekonferenz, in der der Bürgermeister von Palma, Jaime Martínez, versicherte, dass er die Überfüllung durch Touristen reduzieren wolle, zeigt die Realität deutlich, wie der Tourismus in die Stadt eindringt und Verstöße gegen die geltenden Vorschriften für Terrassen herbeiführt", prangerte die Més-Sprecherin Neus Truyol an.
Dass am vergangenen Wochenende besonders viele Menschen im Zentrum unterwegs waren, kann man allerdings nicht nur den Urlaubern ankreiden – schließlich ist die Fira del Llibre eine Veranstaltung, die sich vor allem an die literaturbegeisterten Stadtbewohner richtet. /bro

Zur Buchmesse kämpfen die Bars mit den Ständen der Buchhandlungen um den Platz am Passeig del Born. / B. Ramon
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