Wie Fake News den Hass der Anwohner auf Mallorca gegen Algerier schüren
Die Polizei und die Bürgermeisterin von Llucmajor widersprechen den Leuten, die auf der Insel Selbstjustiz verübten

Anwohner von Arenal demonstrieren gegen Algerier. / Mielniezuk
Anwohner von Arenal - in erster Linie Angehörige der spanischen Roma - haben am Donnerstagabend (6.6.) in ihrem Viertel gegen algerische Migranten protestiert. In der Nacht zuvor übten sie Selbstjustiz und verfolgten die Einwanderer mit Baseballschlägern. Ähnliche Aktionen passierten in der Vorwoche in Son Gotleu. Die Polizei und die Bürgermeisterin Llucmajors entkräfteten nun die Argumente der Demonstranten.
So hieß es, dass die Algerier aus Son Gotleu vertrieben wurden und nach Arenal weiterzogen. Ein Überfall vor wenigen Tagen auf eine alte Frau und ein kleines Mädchen habe die Anwohner in Llucmajor motiviert. Es seien viele Fake News im Umlauf, sagt Bürgermeisterin Xisca Lascolas. Es habe zwar einen Angriff auf eine ältere Frau gegeben. Der sei aber wesentlich länger als ein paar Tage her und an einem ganz anderen Ort als beschrieben gewesen.
Das bestätigt auch die Polizei. Ein Angriff auf ein kleines Mädchen, dem angeblich das Handy und 10 Euro abgenommen wurden, ist bei der Behörde gar nicht aktenkundig. Zuletzt stimme es auch nicht, dass die Algerier von Son Gotleu weitergezogen sind. "Die wohnen schon eine ganze Weile in der verlassenen Bäckerei in Arenal", sagt Lascolas. Es handle sich bei ihnen um andere Leute.
"War immer sehr nett und höflich"
Nicht alle Anwohner haben einen derartigen Hass auf die Einwanderer. "Einer von ihnen war immer sehr nett und höflich zu mir. Er hat die Mitmenschen respektiert", sagt eine Angestellte eines Geschäfts in der Nähe der alten Bäckerei. Sie wisse von keiner Straftat der Algerier. Um den Mob zu beruhigen, versiegelte die Polizei dennoch alle Eingänge der Bäckerei, die die Einwanderer besetzten und dort lebten. Die Demonstration war nach einer knappen Stunden schon vorbei, da die Organisatoren sie nicht angemeldet hatten. Am Freitag wolle man um Genehmigung für einen offiziellen Protest bitten, heißt es.
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