Gelder aus Drogenhandel in Luxusimmobilie auf Mallorca investiert - zwei Schweden und ein Deutscher festgenommen

Die mutmaßlichen Geldwäscher sollen in Palma das Geld eines schwedischen Drogenbosses investiert haben

Beamte der Nationalpolizei vor dem von mutmaßlichen Geldwäschern in Palma renovierten Gebäude.

Beamte der Nationalpolizei vor dem von mutmaßlichen Geldwäschern in Palma renovierten Gebäude. / Nationalpolizei

Ciro Krauthausen

Ciro Krauthausen

Die spanische Nationalpolizei hat am Freitag auf Mallorca zwei Schweden und einen Deutschen festgenommen, die für einen 2023 in Palma festgenommenen schwedischen Drogenboss Gelder in Immobilien und Restaurants auf der Insel investiert haben sollen. Das geht aus einer Pressemitteilung vom Samstag (15.6.) hervor.

Die mutmaßlichen Geldwäscher investierten laut Polizei über ein Immobilienunternehmen unter anderem in ein heruntergekommenes Gebäude in der Altstadt von Palma, das sie renovierten, um darin eine Luxusimmobilie einzurichten. Das Gebäude im Wert von "über einer Million Euro" sei ebenso wie mehrere Bankkonten beschlagnahmt worden, heißt es in der Mitteilung.

Der schwedische Drogenboss soll seine Geschäfte von einem Restaurant in Palma aus gesteuert haben. Laut den Ermittlern traf er sich dort mit einem Netzwerk von Strohleuten und Komplizen. Das Geld für die Investitionen sei aus Schweden, aber auch von Konten in Bulgarien und Litauen nach Mallorca geflossen. Die spanischen Strafverfolgungsbehörden nahm den Mann im Sommer 2023 fest und lieferten ihn nach Schweden aus.

Weitere Immobiliengeschäfte geplant

Zurück auf der Insel blieb zumindest ein Teil des mit dem Drogenhandel in Stockholm erwirtschafteten Vermögens. Neben dem nun unterbundenen, offenbar bevorstehenden Verkauf des Gebäudes in der Altstadt sollen die jetzt festgenommenen Komplizen noch weitere Immobiliengeschäfte geplant haben.

Der Immobilienmarkt auf der Insel gilt als überhitzt, viele Gebäude in der Altstadt von Palma sind mittlerweile in der Hand von Ausländern, die sie renovieren ließen, um dort luxuriöse Wohnungen einzurichten.

Auch ein Ausflugsboot für Urlauber stand auf der Wunschliste

Des Weiteren soll die "Holding" (O-Ton Polizei) zwei Restaurants auf der Insel betrieben sowie in einen Laden investiert haben. Die mutmaßlichen Geldwäscher planten laut den Ermittlern darüber hinaus die Eröffnung eines dritten Lokals sowie die Anschaffung eines Foodtrucks und eines Ausflugsbootes für Urlauber.

Die Geschäftsräume der mutmaßlichen Geldwäscher sind mittlerweile geschlossen. Das Netzwerk soll mindestens seit 2022 auf Mallorca aktiv gewesen sein, die spanische Strafverfolgungsbehörden ermittelten in enger Zusammenarbeit mit den schwedischen Behörden.