Deutschem Autofahrer explodieren auf Mallorca bei voller Fahrt die Airbags

Glücklicherweise kam der Mann mit einer Platzwunde davon. Citröen und das spanische Innenministerium hatten bereits vor dem Problem gewarnt

Die Windschutzscheibe splitterte.

Die Windschutzscheibe splitterte. / Wysokowski

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Einem deutschen Autofahrer sind am Mittwochnachmittag (19.6.) auf der Schnellstraße nach Manacor auf Mallorca beide Airbags seines Citröen DS Cabrio explodiert, ohne dass es dafür einen Anlass gab. Glücklicherweise kam der Mann mit einer Platzwunde und dem Schrecken davon. "Das spanische Innenministerium hatte schon vor Monaten vor den mangelhaften Airbags bei dem Fahrzeugtyp gewarnt", sagt Norbert Wysokowski. "Der Hersteller Citröen trödelte aber ewig mit einer Kostenübernahme."

Wysokowski kam gerade aus dem Urlaub in Deutschland zurück auf die Insel und befand sich auf der Heimfahrt nach Artà. "Ich bin weder über etwas gefahren noch hatte ich einen Unfall. Plötzlich knallte und qualmte es. Zum Glück hatte ich eine Brille auf. Die hat mich wohl noch geschützt", sagt Wysokowski.

Trotz der Explosion behielt er bei Tempo 100 die Ruhe und schaffte es noch, den Wagen auf den Standstreifen zu fahren. Ein Arzt diagnostizierte ihm später neben der Platzwunde ein Wirbeltrauma, das zu leichten Lähmungserscheinungen in der rechten Hand führt. "Das soll aber wieder weggehen", so der Deutsche.

Innenministerium warnte vor dem Fehler

Ende April hatte das spanische Innenministerium Wysokowski angeschrieben, um ihn zu warnen. Citröen habe ein Problem mit den Airbags festgestellt. So könne mit der Zeit die chemischen Produkte im Airbag die Explosion auslösen. "Citröen bittet darum, dass Sie umgehend aufhören, mit dem Auto zu fahren", heißt es in dem Schreiben.

Der Deutsche brachte den Citröen DS Cabrio in die Werkstatt, um den Fehler beheben zu lassen. Doch dort scheiterte es daran, dass niemand die Kosten übernehmen wollte. "Die Werkstatt wollte eine Vergütungsnummer, mit der Citröen die Kosten trägt. Ich habe mehrfach angerufen und geschrieben. Immer wieder hieß es: Wir kümmern uns darum. Im Endeffekt ist aber nichts passiert."

Nun will der Deutsche den Fall wegen Körperverletzung und grober Fahrlässigkeit zur Anzeige bringen. Das Auto sieht im Innenraum entsprechend verunstaltet aus, zudem ist die Windschutzscheibe gesplittert. Auf den Citröen möchte Wysokowski aber nicht verzichten. "Ich liebe das Auto, möchte aber alle anderen Citröen-Fahrer warnen."