Rettungsschwimmer kündigen Streik an: Werden die Strände auf Mallorca mitten in der Hochsaison gesperrt?

Die Socorristas der Gemeinde Calvià klagen über fehlendes Personal und veraltetes Material

"Die Türme fallen uns auf den Kopf", klagt der Sprecher.

"Die Türme fallen uns auf den Kopf", klagt der Sprecher. / Rettungsschwimmer Calvià

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die Rettungsschwimmer der Gemeinde Calvià, im Südwesten Mallorcas haben einen Streik angekündigt. Wie ein Sprecher der MZ erklärte, sind die praktischen Auswirkungen noch nicht gänzlich geklärt. "Im Prinzip will niemand am Sonntag, den 7. Juli, arbeiten. In dem Fall bliebe dem Rathaus nichts anderes übrig, als die Strände abzusperren." Darunter fallen die Urlauber-Hochburgen Santa Ponça, Magaluf und Paguera.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Streiks der Rettungsschwimmer auf Mallorca. Damals wie heute sind die Probleme gleich. Es geht nicht ums Geld, sondern in erster Linie um die Sicherheit der Strandbesucher. So beschweren sich die Socorristas, dass es ihnen an Personal mangelt. "Wenn der einzige Rettungsschwimmer einen Einsatz hat, hat niemand mehr den restlichen Strand im Blick", so der Pressesprecher.

Ein Ärgernis sei zudem die Materialien. "Uns fallen die Beobachtungstürme auf den Kopf. Besonders die Hilfsgeräte für Menschen mit Behinderung sind völlig veraltet und kaputt", sagt der Sprecher. Zudem habe man ihnen zwei neue Rettungsboote zu Saisonbeginn Anfang Mai versprochen, die immer noch nicht eingetroffen sind.

Wird der Streik durchgezogen?

Der Zorn richtet sich sowohl gegen das Unternehmen, das die Rettungsschwimmer anstellt, als auch das Rathaus Calvià. "Beide sind schuldig. Der eine ignoriert die Vorschriften, der andere schaut weg", so der Pressesprecher.

Es bleibt abzuwarten, ob der Streik im Endeffekt durchgezogen wird. In der Vergangenheit kam es meist kurz vor dem Stichtag zu einer Einigung. Denkbar ist beispielsweise auch ein Protest, bei dem die Rettungsschwimmer ihrer Verantwortung gerecht werden.

Wie wichtig das Kollektiv ist, zeigte ein Fall vor zwei Wochen in Cala Mayor, wo ein Rettungsschwimmer im Alleingang drei Kinder aus dem Wasser holte und vor dem Ertrinken rettete.

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