Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Hauptbeschuldigter im Co.net-Skandal auf freiem Fuß

Seit den großangelegten Razzien in Deutschland und auf Mallorca gegen die Verantwortlichen der insolventen Verbrauchergenossenschaft war der Mann in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem schwerer Betrug vorgeworfen

Archivbild von der Razzia in Cala Ratjada im Februar 2024

Archivbild von der Razzia in Cala Ratjada im Februar 2024 / Sophie Mono

Sophie Mono

Sophie Mono

Im Skandal um die Co.net-Verbrauchergenossenschaft, bei dem es Anfang des Jahres zu groß angelegten Razzien in Deutschland und auf Mallorca gekommen war, ist der Haftbefehl gegen den Hauptbeschuldigten gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Das bestätigte ein Pressesprecher der Stader Staatsanwaltschaft gegenüber dem "Stader Tageblatt".

Dass es sich bei dem Mann, der seit Februar in Norddeutschland in Untersuchungshaft saß, um den Co.Net-Gesellschafter und Mitgründer Thomas Limberg handelt, der jahrelang in und um Cala Ratjada gewirkt hat und vielen Menschen auf der Insel bekannt ist, wollen die Behörden weder bestätigen noch dementieren.

Viele warten weiter auf ihr Geld

Gegen die Verantwortlichen der Verbrauchergenossenschaft, die zahlreiche Ferienimmobilien im Nordosten von Mallorca unterhielt, und in den Jahren vor der Corona-Pandemie in der Gemeinde Capdepera als attraktiver und omnipräsenter Arbeitsgeber galt, stehen Vorwürfe unter anderem wegen Geldwäsche, schweren Betrugs und Veruntreuung im Raum. Die Genossenschaft schuldet auf Mallorca noch immer zahlreichen Menschen Geld, darunter vielen ehemaligen Mitarbeitern, bei denen noch Lohnzahlungen ausstehen, wie einige gegenüber der MZ bestätigten.

Das Anfang Mai vom Amtsgericht Stade eröffnete Insolvenzverfahren gegen Co.Net dürfte sich noch lange hinziehen, wie das "Stader Tageblatt" im Juni berichtete. Knapp 4.000 Mitglieder fürchten in Deutschland um ihre Einlagen. Zu den Gläubigern gehören unter anderem auch die Gemeinde Drochtersen und das Finanzamt Stade.

Keine Bewegung in Cala Ratjada

Für die Gläubiger auf Mallorca dürfte das Verfahren in Deutschland aber ohnehin zunächst keine direkten Folgen haben - die Co.net-Ferienimmobilien auf Mallorca gehören aktuell nicht zur Insolvenzmasse des laufenden Verfahrens, wie die Insolvenzverwaltung Willmerköster aus Bremen bestätigte. Der Grund: Die Hotels und Ferienwohnungen waren indirekt über spanische Unterfirmen gekauft und geführt worden. Ob und inwiefern ein weiteres Insolvenzverfahren auf Mallorca anlaufen wird, ist noch vollkommen unklar.

Tatsächlich liegen in Cala Ratjada mehrere der Co.net-Immobilien seit den riesigen Razzien am 23. Februar 2024 brach. Ein Blick durch die Glasfront am Hotel "The Sky" beispielsweise zeigt eine scheinbar seit Monaten unberührte, vollausgestattete Lobby. Die ehemalige Co.net-Ferienanlage "Paradise" ist wohl verkauft worden, sie hat unter neuem Namen wiedereröffnet.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents