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Zwangsprostitution auf Mallorca: Drei Frauen aus einer Wohnung in Palma befreit

Nach Hinweisen von Nachbarn aus dem Gebäude hat die Nationalpolizei einen Mann und zwei Frauen festgenommen

Beamte der Einheit UCRIF der Nationalpolizei.

Beamte der Einheit UCRIF der Nationalpolizei. / Policía Nacional

Die Nationalpolizei auf Mallorca hat einen 34-jährigen Mann und zwei 41- und 45-jährige Frauen wegen des Verdachts auf Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Dokumentenfälschung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung festgenommen. Sie sollen drei Frauen in einer Wohnung in Palma zu endlos langen Arbeitstagen der Prostitution gezwungen und zunächst auch nicht bezahlt haben, da sie eine angebliche Schuld von 3.000 Euro begleichen mussten.

Die auf Verstöße gegen das Einwanderungs- und Arbeitsrecht spezialisierte Einheit UCRIF hat die Ermittlung nach Beschwerden von Nachbarn aus dem Gebäude aufgenommen. Diese hatten sich unter anderem über Blut- und Drogenspuren im Treppenhaus beklagt.

Extreme Notlage der Frauen ausgenutzt

Bei einer Inspektion fanden die Polizisten dann drei Frauen vor, die dort als Prostituierte arbeiteten. Alle waren kolumbianischer Nationalität und keine von ihnen hatte eine Aufenthaltsgenehmigung in Spanien. Nach Aufnahme der Aussagen der Frauen kamen die Polizisten zu dem Schluss, dass sie Opfer von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung waren. Bei der Zwangsprostitution wurde ihre extreme Notlage ausgenutzt.

Die Frauen mussten ihre sexuellen Dienste zu quasi nicht endenden Arbeitstagen anbieten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und ihre Familien in ihrem Herkunftsland zu unterstützen. Zu Beginn hatten sie jedoch kaum Einkünfte. Denn zuvor sollten sie angebliche Schulden von 3.000 Euro für Reisekosten, Miete oder Zinsen begleichen. Sobald dieser Betrag durch Prostitution abbezahlt wäre, sollten sie ihr eigenes Einkommen erzielen können.

Das Zuhälter-Trio, das die Frauen in Kolumbien angeworben hatte, soll Dokumente gefälscht haben, um den Mietvertrag für die Wohnung unterzeichnen zu können, und für die Zimmer, in denen die Zwangsprostitution ausgeübt wurde, exorbitante Beträge verlangt haben. Die drei besorgten den Frauen Flugtickets und schalteten Anzeigen auf Kontakt-Websites. Die Beamten haben die mutmaßlichen Täter festgenommen, während die Frauen nun von Sozialdiensten betreut werden. /bro

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