Neuer Fall von Selbstjustiz auf Mallorca: Wütender Mob jagt Algerier durch Brennpunktviertel Son Gotleu
Der Vorfall ereignete sich am Sonntag (4.8.). Seit Ende Mai kommt es immer wieder zu Attacken auf algerische Einwanderer

Redaktion DM
Erneut ist es im Brennpunktviertel Son Gotleu in Palma zu einer gewaltsamen Jagd auf einen Algerier durch einen wütenden Mob gekommen: Mehrere Personen haben am Sonntagnachmittag (4.8.) einen jungen Mann durch die Straßen getrieben und verprügelt. Sie warfen ihm vor, kurz zuvor einen Mann überfallen und mit einem Messer verletzt zu haben.
Das wissen wir bislang über den Zwischenfall
Der Mob bildete sich gegen 19 Uhr im Carrer Indalecio Prieto, kurz nach dem Raubüberfall, der dem Algerier zur Last gelegt wurde. Dabei wurde ein Marokkaner am Bein verletzt. Eine Gruppe Jugendlicher erkannte den mutmaßlichen Täter und verfolgte ihn. Als sie ihn erreichten, prügelten sie auf ihn ein.
Parallel erhielt die Nationalpolizei mehrere Hinweise, dass sich ein Mob gebildet habe. Manche der Personen in der Gruppe seien mit Stichwaffen und Baseballschlägern bewaffnet gewesen. Den Beamten gelang es, den Algerier aus den Fängen des Mobs zu befreien. Er wurde wegen des Verdachts, für den Überfall mit Körperverletzung verantwortlich gewesen zu sein, verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Die Polizei konfiszierte bei dem Einsatz mehrere Waffen. / Nationalpolizei
Wie die Nationalpolizei in einer Pressemitteilung bekannt gab, versuchten die Beamten daraufhin, die Lage zu beruhigen. Währenddessen kamen immer mehr Personen mit der Absicht zum Tatort, den mutmaßlichen Räuber anzugreifen.
Aus Wut über den Polizeieinsatz begannen einige Personen, Steine auf die Polizisten zu werfen und diese zu beschimpfen. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Schreckschussgewehre ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Ein 25-Jähriger wurde festgenommen, weil er Steine auf die Beamten geworfen hatte.
Unruhen seit Ende Mai
In Son Gotleu, aber auch in anderen Teilen des Stadtgebiets von Palma ist es seit Ende Mai immer wieder zu Unruhen gekommen. Die Wut der Menschenmengen richtet sich gegen algerische Einwanderer, die meist in besetzten Häusern leben. In den meisten Fällen warf der Mob den Personen vor, kurz zuvor eine Straftat begangen zu haben. Die Unruhen werden durch rechtsextreme Social-Media-Kanäle sowie durch die aufrührerische Berichterstattung von manchen mallorquinischen Medien angeheizt. /pss
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