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Overtourism-Debatte auf Mallorcas verrücktester Dorf-Fiesta: Auch der Much hat eine klare Haltung

Die Feier zu Ehren des Fantasietiers Much de Sineu hat am Montag (12.8.) wieder viele Tausend vor allem junge Menschen in die Inselmitte gelockt. Es war ein nicht gerade urlauberfreundliches Event

Mit "Carles Puigdemont" als Überraschungsgast - Tausende strömen zum verrücktesten Volksfest auf Mallorca.

Redaktion DM

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Die Kritik am Massentourismus macht auch vor den Sommer-Fiestas auf Mallorca nicht halt. Vor vielen Tausend Menschen ließ sich der Much in Sineu am Montag (12.8.) über die Überfüllung der Insel aus. Die Feier zu Ehren des Fabelwesens Much - eine Kreuzung aus Stier und Teufel - gilt als die verrückteste und vor allem größte sogenannte Neofiesta Mallorcas. So werden Volksfeste genannt, die noch keine lange Tradition haben, im Falle des Much war es erst die 21. Ausgabe.

"Was ein Glück, dass ich eine gute versteckte Höhle habe, sonst würden sie sie in ein Resort verwandeln", verkündete denn auch der Protagonist des Fests vor den Menschenmassen in seiner Ansprache zu Beginn der ausgelassenen Feier - und gab noch dazu einen Seitenhieb hinsichtlich des Sprachdiskurses auf der Insel mit. "Wer weiß, ob ich diese Rede bald in castellano halten muss", so der Much, der natürlich auf mallorquí zu den überwiegend jungen Insulanern sprach. Diese wiederum reagierten mit Sprechchören wie "boti, boti, boti foraster qui no boti" (in etwa: "Wer nicht hüpft, der ist ein Auswärtiger").

Kurze Tradition

Immer wieder ging Biel Passola, der das Fantasietier verkörperte, darauf ein, wie wichtig die "Essenz der Feier" sei, und dass es sich um eine Fiesta von der Insel handele. Auch die diesjährige Verkünderin des Fests, die Dichterin aus Manacor, Alicia Olivares, nahm in ihrer Rede Bezug zur Massifizierungs- und Wohnungsnot-Debatte: "Glaubt ihr, dass es zu viel verlangt ist, in unserem Haus leben zu können?", so ihre rhetorische Frage.

Auch ein Überraschungsgast war wieder mit dabei: Der erst kürzlich in Barcelona wieder von der Bildfläche verschwundene ehemalige katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont war zumindest als Pappfigur mit von der Partie.

Ansonsten dürfte sich die Feier, die am Vormittag startete und bis in die Nacht geht, wie in den vergangenen Jahren vor allem feuchtfröhlich, alkohollastig und wenig tiefgründig gestalten. In den vergangenen Jahren waren immer mehr junge Menschen von der ganzen Insel nach Sineu gereist, um den Much zu feiern. 2023 kamen den Veranstaltern zufolge knapp 20.000 Menschen zusammen, die - in pink gekleidet - zusammen feierten, tranken und sangen. In diesem Jahr sind extra zahlreiche Sonderzüge im Einsatz, um das Verkehrschaos rund um Sineu abzumildern.

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