Beinahe eskaliert: Spontaner Anwohnerprotest vertreibt Hausbesetzer in Santanyí
Auch die zuständige Bürgermeisterin griff am Mittwoch (14.8.) vor Ort mit ein, um zu verhindern, dass sich "Okupas" längerfristig in einem Wohnhaus in s'Alqueria Blanca einnisten

Anwohner am Mittwoch (14.8.) vor dem besetzten Haus in s'Alqueria Blanca auf Mallorca / Jaume Rigo
In dem beschaulichen Örtchen s'Alqueria Blanca in der Gemeinde Santanyí, in dem auch viele Deutsche leben, haben Anwohner am Mittwoch (14.8.) in einer spontanen Protestaktion gemeinsam gegen Hausbesetzer mobil gemacht - und waren erfolgreich: Die unbefugten Bewohner eines Hauses im Carrer Quintana gaben dem nachbarschaftlichen Druck schließlich nach und verließen das Gebäude.
Kurz vor der Eskalation
Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, hatte eine Anwohnerin am Mittwochmorgen bemerkt, dass sich im Nachbarhaus gegenüber, das kurz zuvor Ausländer erworben hatten, die nicht vor Ort leben, Menschen wohnlich einrichteten.
Ohne lange zu zögern, informierte sie die Ortsvorsteherin Alícia Adrover, die auch die Bürgermeisterin der zuständigen Gemeinde Santanyí, Maria Pons, einschaltete. Parallel dazu organisierten sich die Anwohner in einer WhatsApp-Gruppe zu einem spontanen Protest. Schon wenig später kamen rund 40 aufgebrachte Nachbarn vor dem besetzten Haus zusammen, klopften an die Tür und forderten die Besetzer auf, herauszukommen.
Wie es heißt, sei die Lage mehrmals aufgrund der erhitzten Gemüter fast eskaliert. Auch Beamte der Ortspolizei und der Guardia Civil begaben sich zum Carrer Quintana. Da jedoch keine Anzeige des Hauseigentümers vorlag, waren ihnen zunächst die Hände gebunden. Sie beschränkten sich daher darauf, die aufgebrachte Menge zu beruhigen.
Bürgermeisterin greift ein
Kurz darauf traf dann auch Bürgermeisterin Maria Pons ein, die ihre Termine im Rathaus kurzfristig absagte, um vermittelnd einzugreifen. "Ich kenne Sie, Sie sind aus Cala d'Or", versuchte sie ein Gespräch mit einem der Besetzer anzufangen.
Als dieser verneinte, schlug die PP-Politikerin einen härteren Ton an. "Sie werden gehen, Sie werden nicht in diesem Haus bleiben und wenn doch, dann bleibe ich auch", so Pons. Sichtlich eingeschüchtert machte der Mann Anstalten, das Haus zu verlassen. "Wenn Sie wollen, können Sie jetzt gehen. Wir helfen Ihnen und Sie gehen einfach", so die Bürgermeisterin weiter.
Gemeinsam mit einigen Polizisten und anderen Ratsmitgliedern betrat Pons dann das Wohnhaus und fand dort zwei weitere Besetzer vor: eine Frau und ein kleines Mädchen, das angesichts der heiklen Situation sichtlich aufgelöst war.
Um das Kind zu schützen, ordnete die Politikerin daher an, die Besetzerfamilie friedlich ziehen zu lassen und ermahnte auch die Anwohner vor dem Haus, sich zu beruhigen. Unter Polizeigeleit packten die Besetzer ihre Sachen und verließen das Haus und fuhren unter dem Beifall der Anwohner mit ihrem Bulli davon.

Polizeibeamte geleiten die Besetzer an den aufgebrachten Anwohnern vorbei zu ihrem Auto / Jaume Rigo
Im Anschluss nahm sich die Bürgermeisterin Zeit, in Ruhe mit den Nachbarn zu reden. Diese erklärten, dass sie es leid seien, immer wieder Besetzer in den Immobilien vorzufinden. Tatsächlich sei es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Besetzungen von Wohnimmobilien in s'Alqueria Blanca gekommen. Sie forderten zudem härtere Gesetze, um schneller und effektiver gegen die "Okupas" vorgehen zu können. /somo
- Ich gönn' mir das jetzt': So eine Wuchermiete zahlt Influencerin Anne Wünsche für ihr neues Mallorca-Zuhause
- Wetter auf Mallorca: Und der Regen prasselt immer weiter
- Neue Umweltzone in Sóller: Bei Urlaubern werden die 200 Euro Strafe direkt von der Kreditkarte abgebucht
- Nach Sensationsfund an der Playa de Palma: Jetzt wird das 1.600 Jahre alte römische Schiffswrack geborgen
- Warum der Nahostkrieg Mallorca zum Krisengewinner machen könnte
- „Meine Erben sollen nicht mehr Steuer zahlen als nötig“ – die größten Steuer-Irrtümer im Testament
- 43 Liter Niederschlag und noch kein Ende in Sicht: Sturmtief 'Regina' sorgt für ordentlich Regen
- Gruppenvergewaltigung in Magaluf: Ab Montag stehen sieben Franzosen und ein Schweizer auf Mallorca vor Gericht