Vor Sizilien untergegangene Segelyacht "Bayesian" wurde auf Mallorca grundrenoviert
Zuletzt hatte das luxuriöse Schiff Ende Juni in Palma Halt gemacht

Die vor Sizilien untergegangene Yacht "Bayesian" auf einem Archivbild. / Efe
Ein Todesopfer und mindestens sechs Vermisste sind nach dem Untergang der Segelyacht "Bayesian" vor der Küste von Sizilien am Montagmorgen (19.8.) zu beklagen. Unter den noch gesuchten Personen ist der Besitzer des eindrucksvollen Schiffs, der britische Technologie-Unternehmer Mike Lynch.
Grundrenovierung im Hafen von Palma
Die 56 Meter lange "Bayesian" war 2008 vom Stapel gelaufen, damals noch unter dem Namen "Salute". Im Jahr 2016 wurde sie im Hafen von Palma grundrenoviert. Der Umbau war eine komplexe Angelegenheit. Der Mast der "Bayesian" war 74 Meter lang und damit der größte der Welt.
Das mallorquinische Unternehmen Pol sowie die Firma RSB Rigging Solutions wurden mit der Aufgabe betraut, den aus Aluminium gefertigten Mast abzunehmen, um die Renovierung auf der Werft Astilleros des Mallorca möglich zu machen. Drei Monate lang wurde an dem Schiff gewerkelt, danach musste der Mast wieder angebracht werden.
Es war eben dieser Mast, der am Montag während des Unwetters vor der italienischen Küste abknickte und das Schicksal des preisgekrönten Schiffs besiegelte. Zu dem Zeitpunkt waren 22 Personen an Bord. 15 von ihnen konnten sich retten.
Juristischer Erfolg im Juni
Der Eigentümer Mike Lynch hatte erst im Juni einen juristischen Erfolg gefeiert. Er wurde von einem Gericht in den USA vom Vorwurf des Betrugs im Zusammenhang mit dem Verkauf seines Software-Unternehmens Autonomy an Hewlett-Packard im Jahr 2011 in allen Punkten freigesprochen.
Der 59-jährige Mathematiker wurde häufig als der "britische Bill Gates" bezeichnet. Mit an Bord der "Bayesian" war zum Zeitpunkt des Unglücks auch die 18-jährige Tochter des Milliardärs. Zu den Personen, die sich retten konnten, gehört unter anderem Lynchs Ehefrau.
Daten des Portals "Vesseltracker" zufolge war das Schiff zuletzt Ende Juni für rund 24 Stunden am Hafen von Palma gewesen. Nach der Stippvisite ging es in Richtung Frankreich und später nach Italien weiter. /pss
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