Schiffsunglück vor Sizilien: Die tiefe Mallorca-Verbindung der "Bayesian"-Crew
Nicht nur der Kapitän des Schiffs lebte auf der Insel – auch das verstorbene Crew-Mitglied war auf Mallorca sehr bekannt. Mindestens sechs Menschen waren ums Leben gekommen, als die Luxusyacht sank

Die vor Sizilien untergegangene Yacht Bayesian auf einem Archivbild. / Efe
Mehrere Tage nach dem plötzlichen und dramatischen Untergang der luxuriösen Segelyacht "Bayesian" vor der Küste Siziliens, wird immer deutlicher, wie eng die Bande des Schiffs nach Mallorca waren. Bereits Anfang der Woche war bekannt geworden, dass das 2008 vom Stapel gelaufene Gefährt im Jahr 2016 im Hafen von Palma aufwendig grundrenoviert wurde. Die besondere Herausforderung: Den 75 Meter langen Aluminium-Mast ab- und nach Beendigung der Arbeiten wieder anzumontieren.
Kapitän lebte auf Mallorca
Mittlerweile ist klar, dass auch einige Mitglieder der Crew ihren Wohnsitz auf der Insel hatten. Allen voran der Kapitän des Schiffs, James Cutfield. Der Neuseeländer, der als erfahrener Seemann gilt, lebte seit Jahren in Palma und hatte hier auch im vergangenen Jahr geheiratet. Nach Bekanntwerden des Unglücks reiste seine Gattin Cristina von Mallorca aus nach Italien, um ihm zur Seite stehen. Der Verantwortliche des Schiffs hat mittlerweile das Krankenhaus verlassen. Öffentlich äußerte er lediglich ein knappes "Damit haben wir nicht gerechnet".
Mittlerweile hat er auch gegenüber den italienischen Ermittlern ausgesagt. Das Verhör soll Berichten zufolge mehr als zwei Stunden gedauert haben. Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, ob das Verhalten der Crew während des tödlichen Sturms strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.
Trauer um den Schiffskoch
Getrauert wird auf der Insel derweil um den Koch des Schiffs, Recaldo Thomas. Der aus Antigua stammende Kanadier ist das einzige Crew-Mitglied, das bei dem Unwetter ums Leben kann. Bei den weiteren fünf Verstorbenen und dem Vermissten handelt es sich um den Besitzer des Boots, der britische Milliardär Mike Lynch, und einige seiner Gäste. Freunde und Arbeitskollegen bezeichnen Thomas als lebenslustigen Mann, der auf Mallorca, wo er seinen Wohnsitz hatte, nicht nur sehr bekannt, sondern auch sehr beliebt war.
Mittlerweile gibt es auch eine Crowdfunding-Kampagne, die den Überlebenden des Unglücks in der kommenden Zeit dabei helfen soll, die dramatischen Stunden zu überwinden und wieder auf die Beine zu kommen. Spenden kann man hier: GoFundMe
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