Junger Mann von deutscher Yacht vor Mallorca zu Tode gefahren – so laufen die Ermittlungen
Derweil laufen die Ermittlungen weiter. Es gilt als gesichert, dass die am Samstag in Porto Cristo untersuchte Yacht in den Unfall verwickelt war

Ermitller untersuchen die dunkelblaue Yacht "La Luna" am Hafen von Porto Cristo. / Biel Capó
Mallorca trauert um Guillem C. Der junge Mann war am Freitagabend (23.8.) ums Leben gekommen, als eine Yacht gegen das kleine Fischerboot stieß, auf dem er sich mit seinem Onkel und einem anderen, minderjährigen Familienmitglied befand.
Passionierter Volleyballspieler
Der 20-jährige C. war auf der Insel als passionierter Volleyballspieler bekannt, spielte unter anderem als Jugendlicher für die Balearenauswahl. Sein Jugendverein CV Pòrtol drückte der Familie in den sozialen Medien sein Beileid aus. Auch andere Volleyballclubs der Insel schlossen sich mit emotionalen Beileidsbekundungen aus. Der Verein CV Manacor etwa erinnerte daran, dass C. häufig im Osten der Insel an Beachvolleyballturnieren teilnahm. "Er hatte ein großes Talent." Auch wenn der Sport seine Leidenschaft war, strebte der junge Mann eine Universitätskarriere an. Am Sonntag wurde in Cala Bona eine Schweigeminute für den Verstorbenen abgehalten.

Guillem C. war ein passionierter Volleyballspieler. / Gabriel Rubert
So laufen die Ermittlungen
Derweil laufen weiter die Ermittlungen, wie es zu dem Zusammenprall kommen konnte. Mittlerweile gilt als gesichert, dass es sich bei der Yacht, die in den Unfall verwickelt war, um ein dunkelblaues Schiff des Typs Riva 66 Ribelle handelt, das im Hafen von Porto Cristo liegt. Die GPS-Daten der Yacht, die den Namen "La Luna" trägt und unter deutscher Flagge fährt, verorten das Schiff zum Unglückszeitpunkt vor Cala Bona.
Wie es von der Guardia Civil heißt, sei der Bootsführer identifiziert. Offenbar ist er aber noch nicht lokalisiert worden. Zum anderen muss geklärt werden, ob er oder jemand anderes zum Zeitpunkt des Unglücks die Yacht lenkte. Der Umstand, dass die Yacht einfach weiterfuhr, ohne sich um die Besatzung des kleinen Boots zu kümmern, dürfte mindestens eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung nach sich ziehen.
Das ist passiert
Der Vorfall hatte sich am Freitagabend gegen 21.45 Uhr ereignet, als C. mit seinen Familienangehörigen mit dem Fang von Tintenfischen beschäftigt war. Entgegen erster Berichte hatte das rund 3,5 Meter lange Boot eine Beleuchtung an, hätte also gesehen werden müssen. Der 20-Jährige saß zum Zeitpunkt des Zusammenpralls direkt neben dem Motor und wurde voll erwischt. Seine beiden Begleiter blieben bei dem Zusammenstoß unverletzt, mussten aber psychologisch behandelt werden.
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