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Nach Schiffsunglück vor Sizilien: Der Kapitän der "Bayesian" ist wieder auf Mallorca

Tagelang hatte James Cutfield den Ermittlern in Italien zur Verfügung gestanden. Diese ermitteln gegen ihn und zwei weitere Crewmitglieder wegen eines mehrfachen Tötungsdelikts

James Cutfield, der Kapitän der untergegangenen Yacht "Bayesian".

James Cutfield, der Kapitän der untergegangenen Yacht "Bayesian". / DM

Tagelang blieb er in Italien, um den Ermittlern nach dem Untergang der Segelyacht "Bayesian" am Morgen des 19. August zur Verfügung zu stehen: Am Donnerstag (29.8.) ist Kapitän James Cutfield nach Mallorca geflogen, wo seine Familie lebt und er seinen festen Wohnsitz hat.

Die Behörden in Italien ermitteln gegen den Neuseeländer sowie den Chef des Maschinenraums der "Bayesian", Tim Parker Eaton, und den diensthabenden Seemann Matthew Griffiths wegen eines mehrfachen Tötungsdelikts sowie wegen fahrlässigen Schiffsbruchs. Die Ermittler gehen davon aus, dass menschliches Versagen der Grund für den Tod von sieben Personen – darunter der Eigner des Schiffs, der britische Milliardär Mike Lynch – vor der Küste Siziliens ist. So wurde erst eine halbe Stunde nach Beginn der Probleme Alarm geschlagen. Zudem wurden angesichts des angekündigten Sturms keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

In Tränen ausgebrochen

Cutfield war Medienberichten zufolge bei einer Befragung durch die Ermittler in Tränen ausgebrochen, hatte aber seine Aussage verweigert. Auch öffentlich hat er sich kaum geäußert, erklärte lediglich: "Damit haben wir nicht gerechnet." Vor seiner Abreise nach Spanien gaben aber Personen aus seinem Umfeld ein Interview gegenüber der italienischen Zeitung "Corriere della Serra".

Seine Angehörigen erklärten, der Kapitän habe alles in seiner Macht Stehende getan, um die Menschen an Bord zu retten. "Ich bin nicht geflüchtet", ließ er übermitteln. Ab dem Moment, in dem sich die Räume der Segelyacht mit Wasser füllten, sei es aber unmöglich geworden, hineinzugehen. Cutfield verbat sich darüber hinaus Vergleiche mit dem Kapitän des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia, das 2012 vor der italienischen Insel Giglio Schiffbruch erlitt.

Umweltkatastrophe droht

Neben der juristischen Verantwortung für das Unglück gibt es für die italienischen Behörden derweil noch ein dringenderes Problem in Zusammenhang mit dem Unglück: An Bord der "Bayesian" befanden sich rund 18.000 Liter Treibstoff. Sollten diese ins Meer gelangen, würde es zu einer Umweltkatastrophe kommen.

Auf Mallorca hatte das Unglück für viel Anteilnahme gesorgt, auch weil einige Crewmitglieder auf der Insel sehr bekannt sind:

/pss

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