Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Von deutschen Polizisten verprügelt: Taxifahrer auf Mallorca kommt aus dem Krankenhaus

Dadurch dürfte auch langsam Bewegung in die Ermittlung kommen

Der von deutschen Polizisten verprügelte mallorquinische Taxifahrer am Mittwoch (22.8.) in seinem Krankenbett.

Der von deutschen Polizisten verprügelte mallorquinische Taxifahrer am Mittwoch (22.8.) in seinem Krankenbett. / Bastian Schlüter/mallorcatv.info

Ralf Petzold

Ralf Petzold

Der von deutschen Polizisten auf Mallorca verprügelte Taxifahrer wird im Laufe des Freitags (30.8.) voraussichtlich aus dem Krankenhaus entlassen. Das bestätigte der Anwalt des 71-Jährigen gegenüber der MZ. "Er ist schon etwas besser drauf, seine Beine sind aber noch grün und blau", sagt der Jurist. In Kürze dürfte nach der Entlassung auch Bewegung in den Fall kommen. Die Deutschen, von denen drei festgenommen wurden, arbeiten mittlerweile schon wieder für die Polizei in der Heimat.

In der Nacht auf Dienstag (20.8.) lud José María P. drei deutsche Mallorca-Urlauber an der Playa de Palma ein und fuhr sie nach Petra zu einem Landhotel. Dort angekommen merkte einer der Fahrgäste, dass sein Handy fehlte. Seine zwei stark betrunkenen Freunde waren bereits im Hotel verschwunden, dafür kamen drei andere heraus. Sie bezichtigten den Taxifahrer, das Telefon gestohlen zu haben. Eine halbe Stunde lang sollen die Polizisten auf den 71-Jährigen eingeschlagen haben. Der Mann flehte und bot an, ein neues Handy zu bezahlen. Als die Deutschen einen Autounfall inszenieren wollten, um den Angriff zu vertuschen, kam die Guardia Civil. Einer der Urlauber soll den spanischen Beamten und den Taxifahrer versucht haben zu bestechen. Der 71-Jährige brach sich bei der Attacke mehrere Rippen und den Arm.

Nach einem Bad im Pool zurück in die Heimat

Den Hauptbeschuldigten T. R. nahm die Guardia Civil noch in der Nacht fest. Zwei seiner Kollegen am Tag darauf. Sie wurden vom Taxifahrer identifiziert. Bei ihnen handelt es sich um D. B. und R. K.. Sie kamen umgehend vor die Richterin Rosa Isern Rosselló, die sie mit der Auflage, das Opfer nicht zu kontaktieren und nicht auf weniger als 500 Meter zu nähern, ziehen ließ. Nachdem sie nochmal am Pool entspannten, kehrten die Deutschen in die Heimat nach Essen zurück.

So geht es mit dem Fall weiter

Wie die dortige Polizei mehreren deutschen Medien bestätigte, sind die drei Beamten wieder im Dienst. Ob auf Streife oder im Innendienst, ist nicht bekannt. Auf Mallorca kommt nach der Entlassung des Mallorquiners langsam Fahrt in der Ermittlung auf. José Maria P. wird in Kürze offiziell aussagen und mit seinem Anwalt rechtliche Schritte einleiten. Auch die Staatsanwaltschaft wartet auf die Aussage sowie den abschließenden Arztbericht, ehe sie eine öffentliche Klage in die Wege leitet.

Nicht der erste Vorfall auf der Essener Wache

Wie die MZ aus deutschen Anwaltskreisen erfuhr, soll es mehrere Probleme bei der Essener Polizei mit gewalttätigen Beamten geben. Ein Anwalt vertritt derzeit zwei Mandanten, die von Polizisten verprügelt worden sein sollen. Die Beamten bezichtigten die Männer einer Straftat, von der sie später jedoch freigesprochen worden sind. Zudem gab es vor ein paar Jahren ein Skandal, als einige Polizisten aus Essen einer rechtsextremen Whatsapp-Gruppe angehörten.

Tracking Pixel Contents