Zwei Überfälle mit Pistolen-Attrappe: Zwei junge Männer sollen jahrzehntelang in den Knast
Die Taten hatten sich innerhalb weniger Minuten am Abend des 26. Mai ereignet

Beamte der Nationalpolizei (Symbolfoto). / Nationalpolizei
Die beiden Überfälle dauerten wenige Minuten und wurden mit einer Pistolen-Attrappe durchgeführt – jetzt sollen zwei junge Männer dafür jahrzehntelang in den Knast: Die Staatsanwaltschaft auf Mallorca hat Anklage gegen einen 20-Jährigen und einen 21-Jährigen erhoben. Ihnen wird zur Last gelegt, am Abend des 26. Mai zwei Überfälle auf insgesamt sechs Personen durchgeführt zu haben. Die mutmaßlichen Täter entwendeten dabei mehrere Mobiltelefone. Die Ankläger fordern 24 beziehungsweise 30 Jahre Gefängnis.
Jugendliche auf der Straße ausgeraubt
Der erste Überfall ereignete sich gegen 23.40 Uhr im Carrer Miquel Lladó in Palmas Stadtteil Son Rapinya. Die beiden Täter hielten mit ihrem Motorroller vor drei Jugendlichen. Sie bedrohten die Gruppe mit einer Pistole, die authentisch aussah, aber eine Attrappe war. Einen von ihnen schlugen sie und entrissen ihm das Handy. Die anderen beiden gaben ihre Telefone freiwillig auf. Danach flüchteten die beiden Täter, die Motorradhelme aufhatten, unerkannt.
Rund zehn Minuten später wiederholten sie die Herangehensweise im Carrer de Son Rapinya. Auch dort bedrohten sie drei Jugendliche mit der falschen Pistole. Sie erbeuteten drei Handys, von denen eins rund 1.200 Euro wert war, sowie zehn Euro in Bar. Erneut konnten sie unerkannt flüchten.
Die Nationalpolizei konnte die beiden jungen Männer wenige Tage nach der Tat festnehmen. In ihrem Besitz fanden sich sowohl manche der entwendeten Handys sowie die Tatwaffe.
Erschwerende Umstände
Die Staatsanwaltschaft wertet den Umstand, dass die mutmaßlichen Täter vermummt waren, als erschwerend in der Sache. Dass einer der Männer sechs Jahre länger in den Knast soll als der andere, liegt daran, dass er bereits vor zwei Jahren wegen eines Überfalls in Madrid schuldig gesprochen worden war.
Bei einer ersten Anhörung am Donnerstag (5.9.) konnten sich Ankläger und Verteidigung nicht auf einen Vergleich einigen, sodass es im Oktober zu einer mündlichen Verhandlung kommen wird.
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