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Mutmaßlicher Mörder der Schweizer Rentnerin stand wegen häuslicher Gewalt vor Gericht – und wurde freigesprochen

Die Attacke ereignete sich auf einer Autofahrt – das Gericht sah es bei dem Verfahren vor zwei Monaten nicht als erwiesen an, dass der Fall in die spanische Gerichtsbarkeit fällt

Autos der Guardia Civil am Tatort.

Autos der Guardia Civil am Tatort. / Cati Cladera/ Efe

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Marcos Ollés

Marcos Ollés

Im Fall des Mordes an der Schweizer Rentnerin Erika R.in Colònia de Sant Jordi am Mittwochabend (25.9.) werden immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter bekannt. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, wurde Víctor Aníbal T. M., der Schwiegersohn der Ermordeten, erst vor zwei Monaten in einem Gerichtsverfahren in Palma wegen häuslicher Gewalt freigesprochen.

Angriff auf der Rückfahrt aus Portugal

Demnach ereignete sich der Vorfall Ende 2021 oder Anfang 2022. Die Tochter des Mordopfers und ihr Partner waren in dessen Heimat Portugal gewesen. Auf der Rückfahrt schlug er der Frau ins Gesicht. Sie brachte den Fall erst im Juni 2023 zur Anzeige und erklärte, sie könne sich nicht mehr erinnern, warum er sie geschlagen habe. Bei einem vorangegangenen Streit sei es aber darum gegangen, dass ihre Mutter wollte, dass er aus ihrem Haus auszieht, in dem die drei bis zum Mord gemeinsam lebten.

Der Angeklagte stellte den Zwischenfall vor Gericht ganz anders dar. Demnach habe seine Partnerin damit gedroht, aus dem fahrenden Auto zu springen. "Ich habe ihr eine Ohrfeige verpasst, um ein größeres Unglück zu verhindern", so der Portugiese.

Die Zweifel der Richter

Die Staatsanwaltschaft forderte ein Jahr Gefängnis und ein Verbot, sich in den darauffolgenden fünf Jahren der Frau zu nähern. Zudem sollte er nach Willen der Anklage für drei Jahre keine Waffen tragen dürfen. Das Gericht aber sprach den Mann frei, weil das Opfer nicht mehr ganz eindeutig sagen konnte, ob sich der Angriff in Portugal oder in Spanien ereignet hatte. Dadurch sei unklar, ob das Verfahren überhaupt in die spanische Gerichtsbarkeit falle, argumentierten die Richter. Es gebe "ernsthafte Zweifel an dem Ort des Geschehens", lautete die Urteilsbegründung.

So kam es zum Mord

Dem "Diario de Mallorca" zufolge war der mutmaßliche Mörder seit 22 Jahren mit der Tochter des Opfers zusammen. In dieser Zeit kam es immer wieder zu Gewalttaten. Offenbar gelang es der Frau aber nicht, sich endgültig zu trennen. Am Mittwochabend, als die Partnerin des Mannes nicht im Haus war, eskalierte ein Streit zwischen ihm und seiner Schwiegermutter. Daraufhin kam es zu der tödlichen Attacke. /pss

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