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Pitbull-Attacke in Palma deckt Netzwerk auf, das Frauen zur Prostitution zwang

Die gefährlichen Hunde wurden eingesetzt, um die Frauen gefügig zu machen

Beamte der Nationalpolizei.

Beamte der Nationalpolizei. / Policía Nacional

Marcos Ollés

Marcos Ollés

Eine Pitbull-Attacke in Palma hat ein Netzwerk aufgedeckt, das Frauen zur Prostitution zwang. Über diesen außergewöhnlichen Fall berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Sonntag (29.9.). Demnach ereignete sich der schwere Zwischenfall am 5. August.

Eine Frau, die ohne Aufenthaltsgenehmigung in Spanien lebt, wurde in einer Wohnung von zwei Hunden, beide Mischlinge aus Pitbull und American Staffordshire Terrier, angegriffen und schwer verletzt. Dass sie nicht starb, wurde von einem Mann verhindert, dem es gelang, die Hunde festzuhalten. Die Frau kam ins Krankenhaus.

Hunde eingesetzt, um Frauen gefügig zu machen

Die Nationalpolizei leitete Ermittlungen ein und fand heraus, dass mehrere Frauen in der Wohnung der Prostitution nachgingen. Schnell kam der Verdacht auf, dass es sich um Zwangsprostitution handeln könnte. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass die gefährlichen Hunde offenbar eingesetzt wurden, um die Frauen gefügig zu machen.

Die Polizisten befragten mehrere Frauen. Danach wurden diese in die Obhut einer Nicht-Regierungs-Organisation gegeben, die sich um die Opfer von Zwangsprostitution kümmert. Die Frauen wurden mittlerweile aufs Festland in eine Einrichtung gebracht, wo ihnen in einem sicheren Umfeld psychosoziale Betreuung geboten wird.

Derweil nahm die Polizei eine 33-Jährige fest, die dafür verantwortlich war, die Frauen in der Wohnung zu überwachen. Die Ermittlungen gelten aber nicht als abgeschlossen, weitere Festnahmen düften folgen.

Höchste Prostitutionsrate in ganz Spanien

Erst vergangene Woche wurden die Ergbnisse einer Studie des Hilfsnetzwerks für Prostituierte (XADPEP) publiziert, nach der Mallorca und die Nachbarinseln die höchste Prostitutionsrate in ganz Spanien haben. Auf 10.000 Frauen kommen 121 Prostituierte. Bei einem nicht unbedeutenden Teil davon besteht der Verdacht, dass es sich um Zwangsprostituierte handelt.

Wer Kenntnis von einem Fall von Zwangsprostitution hat, kann sich bei der Nationalpolizei unter der Nummer 900 10 50 90 oder der Email trata@policia.es melden. Die Hinweise werden auch anonym entgegengenommen. /pss

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