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Eine Deutschen-Hochburg auf Mallorca bekommt ein Wohnheim für minderjährige Migranten

Offizielle Bestätigungen gibt es noch nicht. Doch laut der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" deutet vieles darauf hin, dass in der Gemeinde im Südwesten von Mallorca bald "Menas" untergebracht werden

Zahlreiche Migrantenboote auf Mallorca

Zahlreiche Migrantenboote auf Mallorca / Redaktion DM

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Die Gemeinde Calvià soll ein Wohnheim für minderjährige Migranten bekommen. Wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet, ist in den vergangenen Wochen ein Auswahlverfahren für das Personal in einer entsprechenden Einrichtung abgeschlossen worden - angeblich im Küstengebiet im Südwesten von Mallorca. In der Gemeinde liegen unter anderem die bei Deutschen beliebten Orte Santa Ponça, Peguera und Palmanova.

Noch hält man sich bedeckt, was offizielle Statements angeht. Die Sozialbehörde IMAS gibt auf Anfrage keine offiziellen Informationen über den Standort und die Kapazität des Zentrums preis. Das IMAS ist dem Inselrat unterstellt und direkt für das Wohlergehen der Minderjährigen verantwortlich ist, die meist aus Algerien über den Seeweg irregulär nach Mallorca kommen.

Polemik von rechts

Auch die Gemeinde Calvià will sich nicht äußern. Man habe keine Kenntnis von der Inbetriebnahme dieser Betreuungsmaßnahme, da diese nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, heißt es. Klar ist jedoch: Offene Türen dürfte die Einrichtung eines Mena-Zentrums in der Gemeindeverwaltung Calvià nicht einrennen. Hier sind aktuell die Konservativen (PP) gemeinsam mit der rechtsextremen Partei Vox an der Macht. Letztere hatten erst vor Kurzem die Verwaltung eines ähnlichen Aufnahmezentrums scharf kritisierte. Einer der Vox-Stadträte in Calvià, Manuel Mas, äußerte sich zudem in einer Gemeinderatssitzung im Juli abfällig über die Verteilung der unbegleiteten minderjährigen Migranten. „Es gibt immer mehr Fälle von Diebstählen, Übergriffen und Tötungsdelikten, die von minderjährigen Ausländern begangen werden“, behauptete er, ohne sich auf offizielle Statistiken zu beziehen. „Wir brauchen eine strikte Kontrolle der Grenzen. Es darf nicht ignoriert werden, dass viele dieser Minderjährigen in kriminelle Netzwerke verwickelt sind“, fügte Mas hinzu und erklärte weiter, dass die „wahllose Verteilung [unbegleiteter minderjähriger Migranten] das chronische Problem nur noch verschärft.“

Spezialisten gesucht

Trotz der fehlenden Bestätigung durch die Behörden: Vieles deutet darauf hin, dass einige "Menas" (Abkürzung für "Menores Extranjeros no Acompañados") bald im Raum Calvià untergebracht werden. Über das Job-Netzwerk LinkedIn veröffentlichte ein externes Unternehmen Stellenangebote für den neuen Betreuungsdienst in der Gegend. Gesucht werden dort verschiedene Profile, von Köchen bis zu Sozialpädagogen oder Psychologen, um in diesem Fall „spezialisierte psychologische Betreuung für die betreuten Personen anzubieten, um emotionale Stabilität, erste psychologische Hilfe und/oder eine Verbesserung ihrer psychischen Gesundheit, Unabhängigkeit und Lebensqualität zu gewährleisten“, so die Beschreibung der Stellenausschreibung. Laut einiger am Auswahlprozess beteiligter Personen, mit denen das "Diario de Mallorca" sprach, könnte der neue Standort im Ortszentrum von Calvià liegen, bestätigen wollte auch dies aber keine Behörde.

Derzeit betreut das IMAS 310 unbegleitete minderjährige Migranten - 300 Prozent mehr als vor drei Jahren, so IMAS-Leiter Guillermo Sánchez. Sie sind in verschiedenen Unterkünften auf der ganzen Insel untergebracht. Zuletzt sorgte eine Einrichtung in Cala Ratjada für Schlagzeilen.Dort kam es zu Schüssen gegen die Einwanderer. /somo

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