Nach Rettung von drei Migranten östlich von Mallorca auf hoher See: Suche nach elf Leichen bislang erfolglos
Unter den Geretteten, die 20 Tage in einer Nussschale trieben, sind auch zwei 15-Jährige. Die spanische Seenotrettung flog alle drei ins Landeskrankenhaus Son Espases

Ein Hubschrauber der Seenotrettung / Claudia Piscitelli/Salvamento Maritimo
Die spanische Seenotrettung hat am Freitagmittag (11.10.) drei Migranten gerettet, die hundert Seemeilen östlich von Mallorca in Seenot waren. Entsprechende Informationen bestätigte am Nachmittag die Vertretung der Zentralregierung auf den Balearen. Offenbar war das Boot mit noch weiteren Insassen vor rund 20 Tagen an der algerischen Küste in See gestochen.
Laut einer Mitteilung des Rettungsdienstes 061 handelt es sich bei den drei Geretteten um zwei 15-Jährige und einen 21-Jährigen. Sie sind offenbar die einzigen Überlebenden der versuchten Überfahrt. Gleich nach ihrer Rettung berichteten sie von elf Mitreisenden, die unterwegs, als das Boot kenterte, ins Wasser gefallen und ertrunken waren.
Das Migrantenboot trieb laut der Vertretung der Zentralregierung in französischen Hoheitsgewässern zwischen Menorca und Sardinien, als ein französisches Segelboot es entdeckte. Die Segler nahmen die drei Personen an Bord und alarmierten gegen 13.30 Uhr die französischen Behörden. Die wiederum kontaktierten die Seenotrettung auf den Balearen, die einen Hubschrauber losschickte, der die drei Überlebenden ins Landeskrankenhaus Son Espases brachte.
Erfolglose Suche nach weiteren Überlebenden
Der Gesundheitszustand einer der drei Migranten soll wegen starker Dehydration kritisch sein, die anderen beiden sind laut der Nachrichtenagentur Europa Press offenbar nur leicht verletzt. Ein Flugzeug der französischen Seenotrettung suchte ohne Erfolg in der Umgebung des Rettungsortes nach weiteren Überlebenden. An Bord des Bootes fanden sich keine Leichen.
Beamte der Nationalpolizei haben am Freitagnachmittag im Krankenhaus die Aussagen der drei jungen Überlebenden aufgenommen, um zu klären, was genau bei der Überfahrt geschah. Sie versuchen auch, die Route des Bootes zu rekonstruieren. Es ist noch jedoch nicht bestätigt, dass die französischen Behörden die Suche, die bei Einbruch der Dunkelheit eingestellt worden war, wieder aufnehmen werden.
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