Drogenhandel auf Mallorca: Staatsanwalt fordert 155 Jahre Haft für 31 Mitglieder einer Geldwäsche-Organisation
Das Netzwerk hatte Geld aus dem Drogenverkauf auf der Insel dank aufwendiger Strukturen in Umlauf gebracht

Das sichergestellte Bargeld, die Drogen und andere Objekte. / Nationalpolizei
Die Staatsanwaltschaft auf Mallorca wirft 31 Personen vor, Geldwäsche in Höhe von mehr als einer Million Euro aus dem Drogenhandel auf der Insel betrieben zu haben. Die Organisation soll die hohen Gewinne aus dem Verkauf von Drogen auf Mallorca zwischen 2018 und 2021 mit verschiedenen Methoden nach Kuba, in die Dominikanische Republik und in die Vereinigten Staaten umgeleitet haben.
Die Haftforderung der Staatsanwaltschaft für die Angeklagten beläuft sich auf insgesamt 155 Jahre. Zwölf von ihnen wurden bereits in einem als „Operation Pulver“ bekannten Drogenhandelsprozess zu Gefängnisstrafen von teilweise mehr als sechs Jahren verurteilt. Der Prozess wird in den kommenden Monaten vor dem Landgericht Palma stattfinden.
Sieben Anführer
Die Staatsanwaltschaft sieht sieben der Verdächtigen an der Spitze der Organisation. Der Staatsanwaltschaft zufolge schufen sie eine „perfekt organisierte“ Struktur, um „das Geld aus dem groß angelegten Drogenhandel in das legale Finanzsystem einzuführen“. Das Hauptziel bestand darin, die Gewinne in Kuba, dem Heimatland des Anführers der Organisation, zu investieren.
Die Angeklagten nutzten unterschiedliche Vorgehensweisen, um das Geld zu waschen. Zum einen tätigten sie Überweisungen und Einzahlungen auf Bankkonten eines Unternehmens mit Sitz in Las Palmas auf Gran Canaria. Dieses Unternehmen war auf den Transport von Waren nach Kuba spezialisiert und hatte eine Tochtergesellschaft in Panama.
Rund 400.000 Euro über Firma auf den Kanaren gewaschen
Über Bankkonten von Strohleuten wurden 209.293 Euro eingezahlt. Über diese Firma wurden auch Rechnungen für Arbeiten und Dienstleistungen ausgestellt, die nie ausgeführt wurden. So konnten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft weitere 114.308 Euro gewaschen werden.
Die Köpfe der Organisation und ihre Mittelsmänner nahmen außerdem 14 Überweisungen von Geld, das aus dem Drogenhandel stammte, an Personen im Ausland vor. Sieben dieser Überweisungen gingen nach Kuba mit einem Betrag von 42.700 Euro, sieben weitere in die USA im Wert von 37.277 Euro.
Weitere Methode: Selbständigkeit fingiert
Der Anführer der Bande, ein Kubaner, meldete darüber hinaus zwei Familienangehörige bei der Sozialversicherung als Selbständige an und stellte ihnen falsche Rechnungen für Unternehmen aus, um Geld aus dem Drogenhandel zu überweisen. Auf diese Weise zahlten ihm zwei seiner Mitarbeiter 85.933 Euro und ein anderer 108.190 Euro. Er nutzte diesen Trick auch, um Zahlungen an seine Mitarbeiter mit gefälschten Lohnabrechnungen vorzunehmen.
Und noch einen dritten Weg hatte die Bande, um Gelder hin- und herzuschieben. Sie bestand darin, Geld über Call-Shops in Palma an Personen in den Vereinigten Staaten, der Dominikanischen Republik und Kuba zu schicken. Die Anführer der Bande zahlten Mittelsmänner eine Provision, die sich als Absender der Sendungen ausgaben. Es waren stets Transaktionen in Höhe von rund 2.000 Euro.
Mehr als 300.000 Euro über Call-Shops aus dem Land geschafft
Zwischen 2019 und 2021 können der Organisation 152 Überweisungen im Gesamtwert von 309.790 Euro nachgewiesen werden. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass diese Methode die Komplizenschaft der Inhaber der Call-Shops erforderte. Deshalb sitzen neun Call-Shop-Betreiber ebenfalls auf der Anklagebank.
Die Staatsanwaltschaft schätzt, dass mindestens 1.080.242 Euro an Drogengeldern über das Netzwerk gewaschen wurden. Für die 31 angeklagten Personen fordert die Staatsanwaltschadft jeweils Haftstrafen zwischen zwei und sechs Jahren sowie Geldstrafen in Höhe von insgesamt mehr als 43 Millionen Euro.
Die „Operation Pulver“, die die Nationalpolizei zwischen 2020 und 2021 in mehreren Phasen veranstaltete, führte zur Beschlagnahme von mehr als drei Kilo Kokain und 400.000 Euro in bar. /jk
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