Minderjährige auf Migrantenboot gerettet: Was über das Drama auf hoher See bekannt ist
Die Leichen von elf Personen sind immer noch nicht gefunden worden

Migranten auf einem Boot im Mittelmeer (Symbolbild). / Zentralregierung
In dem Drama um das Migrantenboot, das am 11. Oktober rund Hundert Seemeilen nordöstlich von Mallorca entdeckt wurde, sind neue Details bekannt geworden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Europa Press. Demnach hatte sich eine Gruppe junger Algerier zusammengetan, um per Boot Formentera zu erreichen.
Das geht aus den Aussagen der drei Überlebenden – zwei 15-Jährigen und einem 21-Jährigen – hervor. Die drei jungen Männer waren in französischen Hoheitsgewässern zwischen Menorca und Sardinien von der Besatzung eines französischen Segelboots entdeckt worden. Kurz nach der Rettung erzählten die Geretteten, dass elf andere Personen an Bord gewesen waren. Das Boot sei gekentert, dabei seien diese ins Wasser gefallen. Die Leichen wurden bislang nicht gefunden.
Wer sind die Vermissten?
Organisationen wie das Rote Kreuz und Camindando Fronteras versuchen nun, mehr über die Vermissten herauszufinden, um den Angehörigen berichten zu können, was passiert ist. Tatsächlich gelang es schon, einen der Überlebenden mit der Familie eines der Vermissten in Kontakt zu bringen.
Das Boot mit den 14 Personen, unter ihnen mehrere Minderjährige, brach an der Küste von Tipasa (Algerien) auf. Von dort sind es rund 250 Kilometer Luftlinie bis Formentera. Warum das Boot von seiner Route abkam, ist bislang nicht bekannt. Wie viele Tage zwischen der Abfahrt und der Rettung vergingen, ist ebenfalls unklar. Die Überlebenden berichteten, es seien 20 Tage vergangen. Die Angehörigen sprechen von elf Tagen.
Frank FeldmeierDas Migrantendrama vor der Haustür auf Mallorca
Überlebende immer noch unter Schock
Diese Diskrepanz lässt sich möglicherweise damit erklären, dass die drei jungen Männer immer noch unter Schock stehen. Der 21-Jährige war so dehydriert, dass er auch Tage später immer noch konstant an ständigem Durst litt. Auch erkannte er sich selbst nicht im Spiegel. Mitarbeiter der NGO "Caminando Fronteras" zeigten ihm Fotos von sich vor der Abreise, um sein Erinnerungsvermögen wieder anzukurbeln.
Einer der Minderjährigen konnte das Krankenhaus Son Espases mittlerweile verlassen und wird in einem Wohnheim der mallorquinischen Sozialbehörde IMAS betreut. Der andere 15-Jährige wird wohl ebenfalls in eine dieser Einrichtungen kommen, sobald er das Krankenhaus verlassen hat. Der 21-Jährige hat offenbar einen Angehörigen in Spanien.
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