"Fast schon Sklaverei": Restaurant-Mitarbeiter an der Playa de Palma wegen Ausbeutung von Migranten festgenommen
Die beiden Männer hatten die irregulären Einwanderer unter anderem zu 14-Stunden-Schichten gezwungen

Ein Beamter der Nationalpolizei. / Nationalpolizei
Die spanische Nationapolizei hat an der Playa de Palma zwei Männer italienischer Herkunft festgenommen, die drei Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung unter anderem dazu gezwungen haben sollen, 14 Stunden am Tag in einem Restaurant zu arbeiten. In einer Pressemitteilung von Samstag (2.11.) ist von Umständen die Rede, die "fast schon an Sklaverei" erinnern. Die Festgenommenen sollen in dem Lokal in Arenal dafür zuständig gewesen sein, die Arbeit der Mitarbeiter zu kontrollieren.
Aufgefallen war das Lokal bei Routinekontrollen in verschiedenen Betrieben in Arenal. Den beiden Männern wird vorgeworfen, die Situation der sich illegal in Spanien aufhaltenden Einwanderer ausgenutzt zu haben und sie zu Arbeitszeiten und -bedingungen gezwungen zu haben, die gegen den Tarifvertrag für das Hotel- und Gaststättengewerbe auf den Balearen verstoßen.
Zu 14-Stunden-Schichten gezwungen
Bei ihren Nachforschungen stellten die Ermittler zudem fest, dass nur die ausländischen Mitarbeiter ausgebeutet wurden. Die Festgenommenen sollen die Einwanderer zu 14-Stunden-Schichten gezwungen haben. Die Mitarbeiter besaßen keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse, waren nicht bei der Sozialversicherung angemeldet und hatten auch keinen Arbeitsvertrag . Aufgrund dessen hätten sie, sofern sie ihre Tätigkeit in dem Lokal beendet hätten, keine Abfindung für die geleistete Arbeit bekommen. Zudem hätten sie auch kein Recht auf Urlaub oder das Ausbezahlen von Überstunden gehabt.
Wegen ihrer wirtschaftlichen und persönlichen Situation sowie familiärer Umstände hätten die mutmaßlichen Opfer laut der Pressemitteilung keine andere Möglichkeit gehabt, ihren Lebensunterhalt anders zu bestreiten. Daher sahen sie sich gezwungen, die Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, die ihnen ihre Vorgesetzten und der Lokalbesitzer auferlegt hatten.
Laut Zeugenaussagen hätten andere Mitarbeiter aufgrund der langen Arbeitszeiten aufgehört, in dem Lokal zu arbeiten. Die Mitarbeiter sollen über eine Gruppe in den sozialen Medien rekrutiert worden sein.
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