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Es war eine deutsche Rentnerin: Neue Details zu beschlagnahmten archäologischen Schätzen auf Mallorca

Polizei fand nach einer Kontrolle am Flughafen bei der Frau Hunderte Fundstücke von unschätzbarem Wert

Einige der sichergestellten archäologischen Fundstücke.

Einige der sichergestellten archäologischen Fundstücke. / Guardia Civil

Redaktion MZ

Redaktion MZ

In dem spektakulären Fall von Hunderten archäologischer Fundstücke, die die Guardia Civil am Flughafen Mallorca und später bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt hat, sind neue Informationen bekannt geworden. Nachdem die Polizei weitere Anfragen nach der ersten Pressemitteilung vom 8.11. zunächst unbeantwortet gelassen hatte, hat nun die Zeitung "Última Hora" mit einem der leitenden Ermittler der Guardia Civil sprechen können.

Laut dem Bericht steckt eine deutsche Rentnerin hinter dem filmreifen Coup. Die Mallorca-Residentin habe bei der Sicherheitskontrolle zunächst keinen Verdacht erregt, wurde dann aber mit zwei Taschen voller Münzen abgefangen, die sie offenbar in Deutschland schätzen lassen und anschließend zu Geld machen wollte.

Archäologische Fundstücke zu Hause gehortet

Die Münzen wurden daraufhin beschlagnahmt, und die Naturschutzeinheit Seprona der Guardia Civil übernahm den Fall. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung stellte sich heraus, dass die Rentnerin noch etliche weitere archäologische Fundstücke hortete, die teilweise rund 3.000 Jahre alt sind.

Woher genau die kostbaren Artefakte stammen - darunter zahlreiche Münzen, Amphoren, Lampen, Gefäße, Schmuck und Schwerter - wird derzeit untersucht. Laut "Última Hora" stammen sie wahrscheinlich teils aus den Gewässern von Mallorca und teils von Fundstätten an Land. Dass sie auch an Orten außerhalb der Insel ihren Ursprung haben, sei dem Ermittler der Guardia Civil zufolge jedoch nicht ausgeschlossen. Langfristig sollen die Objekte im Museu de Mallorca in Palma für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Gegen die Rentnerin läuft nun ein Verfahren. Delikte, die das historische Erbe betreffen, können je nach Schwere des Vergehens unterschiedlich geahndet werden: Möglich sind Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen. Zudem könnten ihr laut dem Polizeibeamten die Kosten für Restaurierungsarbeiten bei Schäden an den Artefakten in Rechnung gestellt werden. /bro

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